Nur etwa die Hälfte deutscher Unternehmen weiß um seine Abwärmepotenziale – das schreibt die dena in ihrer Publikation zur Abwärmenutzung im Rahmen der Initiative EnergieEffizienz. Somit gehen jedes Jahr schätzungsweise 226 TWh nutzbare Wärme ungenutzt flöten. Das sind 36 % des Energieanteils des gesamten produzierenden Gewerbes. Unternehmen kostet das – ganz klar – immens viel Geld, doch gleichzeitig belastet die ungenutzte Abwärme die Umwelt. Rund 60 Mio. t des Treibhausgases CO2 verdampfen damit pro Jahr unnötig in die Atmosphäre. Unternehmen können sich das heutzutage im Hinblick auf steigende Energiekosten und Klimaschutzziele einfach nicht mehr erlauben.

Wie Sie dagegen vorgehen? Wir schlagen vor:

Beginnen Sie damit, Ihre Abwärmequellen zu identifizieren

Je nach Betriebsart entsteht Abwärme an den unterschiedlichsten Stellen. Öfen, Maschinen, Kühlsysteme und oder ungedämmte Rohre von Warmluft-Heizungen sind wohl die Klassiker. Gehen Sie den Ursachen für die verschwendete Abwärme auf den Grund, indem Sie gründlich den Energieverbrauch im gesamten Unternehmen analysieren und bewerten. Anschließend gilt es, schon einmal unnötige Abwärme durch Prozessoptimierungen zu vermeiden oder wenigstens zu reduzieren. Dabei helfen folgende Fragen:

  • Können Sie Leerläufe vermeiden?
  • Laufen wirklich alle Anlagen/Prozesse effizient, oder lässt sich hier und da noch eine Stellschraube drehen?
  • Sind einige Prozesse vielleicht überdimensioniert?
  • Gibt es Aufheiz- oder Abkühlungsphasen, die in der Praxis gar nicht nötig wären?
  • Warten Sie Ihre Maschinen und Anlagen regelmäßig?
  • Dämmen Sie ausreichend?

Mit einer umfassenden Analyse können Sie schon einiges an Abwärme einsparen. Und der Rest? Den nutzen Sie am besten sinnvoll, je nach Ihren Anforderungen.

So nutzen Sie Abwärme sinnvoll

Das Praktische an Abwärme ist: Sie können Sie auf vielfältige Weise für mehr Energieeffizienz in Ihrem Unternehmen nutzen

Geben Sie Abwärme weiter
Möchten Sie die Abwärme aus Ihrem Unternehmen nicht selbst nutzen, freuen sich andere darüber. Etwa Fernwärmenetze, die den Wärmebedarf von Privathaushalten oder öffentlichen Gebäuden decken. Oder benachbarte Unternehmen. Dafür muss natürlich einerseits die nötige Infrastruktur gegeben sein oder geschaffen werden – andererseits gilt es, einen gewissen Wärmeverlust beim Transport einzukalkulieren.

Wandeln Sie sie in andere Energieformen um

Wärme haben Sie genug, aber von Kälte und Strom dürfte es gerne etwas mehr sein? Dann nutzen Sie die Abwärme am besten genau dafür. Mit Kältemaschinen, Dampfprozessen und ORC-Anlagen dient Abwärme auch der Kälte- oder Stromerzeugung.

… oder nutzen Sie sie einfach in anderen Prozessen

„Hybrid heizen“ lautet hier ein wichtiges Stichwort. Denn Abwärme kann auch eine wichtige Rolle bei der Warmwasseraufbereitung oder dem Beheizen von Räumen spielen. Während sich diese Variante der Abwärmenutzung schon in vielen Privathaushalten etabliert hat, bietet sie sich mittlerweile auch für die Beheizung von Hallengebäuden an. Denn gerade die steht dank ineffizienter Technologie und mangelnder Dämmung im Ruf, besonders viel Energie zu verbrauchen.

Zahlreiche Wärmeströme im Gebäude wie Prozesswärme oder Abwärme von Kompressoren lassen sich nutzbar machen, wenn Sie sie in Infrarotheizungen integrieren, die mit einem Restwärmenutzungssystem kombiniert wurden. Selbst erneuerbare Energien wie Solarthermie können Sie einbinden, um die Wärmerzeugung in Ihrem Unternehmen effizient zu unterstützen.

Unterm Strich: Hybrides Heizen lohnt sich – besonders in finanzieller Hinsicht!

Wer weniger Energie zur Wärmeerzeugung beziehen muss, spart bares Geld. Das ist glasklar. Wie sich das konkret in Zahlen ausdrückt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa:

  • Art und Größe Ihres Unternehmens
  • Das zu beheizende Volumen
  • Die Anzahl der Prozesse, die Abwärme erzeugen
  • Der Heizung, die Sie einsetzen

Bei einem Produktionsbetrieb in Rheinland-Pfalz beispielsweise deckt die zurückgewonnene Energie den Wärmebedarf der Bürofläche von 1.200 m² vollständig ab. Ein anderes Unternehmen sparte mit effizienter Abwärmenutzung 9.000 Euro im Jahr – und einiges an Trinkwasser, was zuvor beinahe ungenutzt abgeleitet wurde.

Auch dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist effizientere Abwärmenutzung angesichts der eingangs erwähnten Zahlen ein Anliegen. Unternehmer sparen also mit mehr Energieeffizienz nicht nur Energiekosten, sondern können zudem aus Förderprogrammen schöpfen. Das Paket „Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft“ bietet dafür gleich mehrere Optionen.

Fazit: Optimierungspotenziale finden sich an den verschiedensten Stellen

Hallenmodernisierung, ordentliche Dämmung, hocheffiziente Heizsysteme und eben auch die Abwärmenutzung: Es gibt viele Wege, die Energieeffizienz Ihres Betriebs zu steigern und Kosten zu senken. Kontaktieren Sie uns gerne und lassen Sie uns besprechen, wie Sie die bisher „verschwendete“ Abwärme aus Ihren Prozessen sinnvoll weiterverwenden können.