Novelle des Gebäudeenergie-Gesetzes: Energie sparen nur durch Differenzierung der Gebäude möglich – Industriehallen sind keine Kitas

Wie wird Energie richtig eingesetzt? Was bedeutet Effizienz? In der aktuellen Energiepolitik der Bundesregierung klafft eine große Lücke zwischen Anspruch und Realität. Denn: Industriehallen werden nicht als Industriehallen behandelt, weil sie nur zwei Prozent der Gebäude ausmachen – obwohl sie aber für 15 Prozent der Treibhausgas-Emissionen sorgen. Letzteres spielte bislang keine Rolle. Hinter diesen zwei Prozent verbergen sich 420.000 bis 480.000 Hallengebäude, die in Industrie, Gewerbe und Kommunen als Fertigungshalle, Logistikhalle, Werkstatt, Sporthalle oder Verkaufsstätte genutzt werden. Eine kleine Zahl, die für einen deutlichen Anteil des Energieverbrauchs und der THG-Emissionen in Deutschland verantwortlich ist.

Dass in diesen Hallengebäuden ein enormes Potenzial zur Energieeinsparung steckt, liegt auf der Hand. Mit Deckenhöhen von 4 bis 40 Metern und Flächen bis 10.000 Quadratmetern lassen sich ihre Raumdimensionen nicht mit Wohnungen, Büros oder Kitas vergleichen, die üblicherweise in Geschossbauweise mit lichten Höhen von etwa 2,50 Metern errichtet werden. Das gilt auch für die Beheizung solcher Raumkolosse – sie ist ungleich viel anspruchsvoller als in den sehr viel niedrigeren Geschossbauten. Diese Differenzierung wird im Gebäudeenergie-Gesetz derzeit allerdings kaum berücksichtigt.

„Wenn solche großen Räume energieeffizient geheizt werden sollen, sind ganz spezielle Technologien gefordert. Selten war es so dringend wie heute, alle technologischen Ressourcen zu nutzen, die uns zur Verfügung stehen, um der Energie-Krise wirkungsvoll zu begegnen“, sagt Thomas Kübler, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der KÜBLER GmbH in Ludwigshafen. Er ist ausgewiesener Experte beim Heizen von Industriehallen.
Kübler sagt: „Beim effizienten Heizen geht es darum, Wärme möglichst verlustfrei in den Hallenbereichen zur Verfügung zu stellen, wo Menschen arbeiten und Wärme benötigen. In der Regel ist das nicht in 10 oder 20 Meter Deckenhöhe, sondern in einem Bereich von rund 2,00 Metern über dem Hallenboden.“
Wie effizient spezielle Hallenheizungstechnologien arbeiten, lässt sich an energetischen Sanierungsprojekten von Industriehallen ablesen.

Bis zu 70 Prozent realisierte Einsparungen sind in der Praxis kein Einzelfall.

Die Unternehmen entlastet dies finanziell schon mit Kosteneinsparungen von mehreren zehn- oder sogar hunderttausend Euro pro Jahr, je nach Projektgröße. Entsprechend hoch fallen die Treibhausgas-Minderungen aus. Es werden durch diese enorme Reduzierung des Energieeinsatzes große Beiträge zur notwendigen Erreichung der Klimaziele erreicht.
Durch geeignete Technologien wie dezentrale Infrarot-Hallenheizungen ließen sich rund 50 Prozent Einsparpotenzial erschließen, also rund 65 TWh (65.000.000.000 kWh). Bei einem CO2-Anteil von 0,247 kg /kWh entspräche dies rund 16.055.000 Tonnen des Treibhausgases CO2.

Wenn wiederum nur die Hälfte der entsprechenden Hallengebäude anlagentechnisch saniert würden, läge die CO2-Minderung immer noch bei rund 8 Millionen Tonnen – ein großer Schritt in Richtung Effizienz- und Klimaziele. Dieses Potenzial ist aufgrund der verfügbaren Technologien, einer überschaubaren Anzahl an Entscheidern und der guten Wirtschaftlichkeitsaspekte für die Industrie wie Kosten, ROI, Rendite relativ gut erschließbar.
Aktuell sieht es jedoch so aus, dass diese hocheffizienten Hallenheizungs-Technologien eingebremst werden. Unter dem Druck der durch den russischen Ukraine-Krieg verursachten Gaskrise und der selbstgesteckten Klimaziele verbietet die Bundesregierung beispielsweise den Einbau gasbetriebener Heizungen pauschal ab 2024. Zudem wurden quasi über Nacht die Fördermöglichkeiten für Gas-Hybrid-Heizungen gestrichen.

Kübler sagt: „Diese Entscheidungen haben bei den Verantwortlichen in Industrie und Gewerbe für jede Menge Verunsicherung gesorgt und gehen zudem an der gebäudephysikalischen Realität von Hallen vorbei. Denn dezentrale Infrarot-Heizungstechnologien stellen unter den anspruchsvollen Bedingungen von Hallengebäuden vielfach die einzige ökologisch, wirtschaftlich und funktional sinnvolle Möglichkeit der Wärmeversorgung dar.“

Die Förderung von Wärmepumpen ist im Geschossbau (Wohngebäude und Nichtwohngebäude wie z. B. Büros, Gaststätten, Kindergärten oder Krankenhäuser) ein wirksamer Hebel für die Energiewende. Allerdings leidet der Bereich schon jetzt an der Knappheit der Ressourcen. Um die Ziele der Politik zu erreichen, müssten jeden Tag 2.000 Wärmepumpen eingebaut werden.
„Neben mangelnder Materialverfügbarkeit gibt es auch nicht genügend für Wärmepumpen geeignete Häuser im Gebäudebestand und wir haben es mit einem großen Personalmangel im Handwerk zu tun. Von den vorhandenen Handwerkern ist bisher leider auch nur ein zu kleiner Anteil für den Einbau von Wärmepumpen qualifiziert. Hier klaffen Politik und Realität stark auseinander,“ sagt Martin Oldeland, stellvertretender Vorsitzender des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.)
„In Hallengebäuden der Industrie haben Wärmepumpen neben der Verfügbarkeit zudem den Nachteil, dass sie ihre Stärken kaum ausspielen können“, sagt Kübler.

Der Einsatz von Wärmepumpen ist im Sanierungsbereich von Hallen kaum möglich.

Denn wer könnte ganze Produktions- oder Lagerhallen inklusive Maschinenpark frei räumen, um im Boden die mit Wärmepumpen assoziierten Fußbodenheizung zu verlegen? Auch im Hallenneubau ist der Einsatz warmwasserbasierter Heizungstechnologien wenig funktional. Im Gegensatz zu dezentralen IR-Heizsystemen haben Warmwassersysteme aufgrund ihrer Trägheit den großen Nachteil, dass sie den häufig wechselnden, lokal und zeitlich variablen Wärmebedarf in diesen Gebäuden nicht effektiv bedienen können. Zum Beispiel bei Schichtbetrieb, bei geöffneten Toren, bei der Beheizung einzelner Arbeitsbereiche (z. B. Kommissionierung in Logistikhallen) oder bei der Beheizung einzelner Spielfelder, beispielsweise in Tennishallen. Kübler sagt: „So sinnvoll Wärmepumpen im Wohnungs- und Geschossbau sind, in Hallengebäuden heizen sie dem Wetter hinterher“.

Wie können nun die großen Effizienzpotenziale dezentraler Hallenheizungstechnologien in der Industrie genutzt werden?

Unter Experten sieht man das so: Alles steht und fällt mit der Anerkennung von Hallen als eine eigene Gebäudekategorie, die besondere Anforderungen an die Heiztechnik stellt und demnach entsprechend geeigneter, spezieller Technologien bedarf. Zu den effizientesten zählen dabei moderne Hallenheizungen wie Infrarot-Dunkelstrahler, die mit Erdgas, Flüssiggas oder Biomethan im Mix mit grünem Wasserstoff betrieben werden – häufig mit beeindruckenden Einspareffekten von 30 bis 70 Prozent (s. o.). Die derzeit mögliche Zertifizierung von 20 Prozent H2-Beimischung ist bei den führenden Herstellern erfolgt. Unter Laborbedingungen sind 80 Prozent problemlos möglich. 100 Prozent werden durch Nachrüst-Kits in den nächsten Jahren erreicht werden. Moderne dezentrale Infrarot-Heizungssysteme können über Brennwerttechnik nicht nur die Heizungsabwärme nutzen, sie binden auch die Abwärme aus Produktionsprozessen ein, beispielsweise die von Kompressoren oder Härteöfen. Voll digitalisiert lässt sich ihre Effizienz über den gesamten Heizprozess monitoren und in zertifizierten Energiemanagement-Systemen dokumentieren. Die Bedienbarkeit ist bei diesen modernen Lösungen vorbildlich.

Eine gute Nachricht ist auch: Es gibt bei diesen Hocheffizienzsystemen kein Finanzierungsproblem.

Denn die Hallenheizung kann gemietet werden. Dabei sind die Kosteneinsparungen durch den reduzierten Energieverbrauch in der Regel so hoch, dass sie nicht nur den Mietpreis kompensieren, sondern unter dem Strich Geld für die Unternehmen übrig bleibt. Durch das Mietmodell lassen sich also ohne zu investieren – und übrigens auch ohne Abschreibungsaufwand – moderne Effizienztechnologien nutzen und zudem ein positiver Deckungsbeitrag erwirtschaften. Ein attraktives Mittel, um die lange angestrebte und bislang unerreichte Sanierungsquote von 2 Prozent vielleicht doch noch zu erreichen.


Weltkugel, die von einer Hand gehalten wird. Im Hintergrund sieht man den Himmel und eine Stadt.

Klimaneutrales Heizen mit KÜBLER – was Sie über die Hallenheizung der Zukunft wissen sollten

Ob in der Industrie oder im privaten Wohnungsbau – wer sich heute für eine Heizung bzw. Hallenheizung der Zukunft entscheidet, steht vor jeder Menge Fragezeichen. Welche Energieszenarien werden die Zukunft tatsächlich bestimmen? Welche Technologien werden dann relevant? Lohnt es sich noch, in fossil betriebene Systeme zu investieren? Was sagt die Ampel? Und was ist unter Berücksichtigung all dieser Fragestellungen langfristig die funktional und wirtschaftlich beste heiztechnische Lösung für das Hallengebäude? Erfahren Sie in diesem Blogbeitrag alles zu den neuen Beschlüssen der Regierung und wie man in der Industrie den Wandel zum klimaneutralen Heizen bewältigt. 

Den Klimawandel stoppen – wie klimaneutrales Heizen der erste Schritt in die richtige Richtung bedeutet 

Dass etwas passieren muss, um den menschengemachten Klimawandel unter Kontrolle zu bekommen, zweifelt wohl kaum jemand noch an. Das ambitionierte Ziel im novellierten Klimaschutzgesetz heißt daher: Nicht 2050, sondern 2045 bereits will Deutschland Klimaneutralität erreichen. Das bedeutet, sämtliche Treibhausgas (THG)-Emissionen von der Stromerzeugung über die Industrie bis hin zu Gebäuden, Verkehr und Landwirtschaft sollen so weit wie möglich reduziert werden. Nicht vermeidbare Emissionen sollen durch Treibhausgas-Senken ausgeglichen werden. Um das zu erreichen, legt das Klimaschutzgesetz ein konkretes Zwischenziel für die THG-Emissionsminderung bis 2030 fest, nämlich um mindestens 65 % gegenüber 1990. Das Ziel ist soweit also deutlich. Klar ist dabei auch, dass ein wichtiger Schritt hierbei ist, langfristig auf klimaneutrales Heizen mit Wasserstoff oder anderen Alternativen umzusteigen. 

Endlich mehr Klarheit auf dem Weg zur Klimaneutralität 

Der Weg zur Klimaneutralität wirft jede Menge Fragen auf und sorgt für große Verunsicherung. Besonders bei all jenen, die über Investitionen entscheiden sollen, die weit in die Zukunft reichen. Ein Beispiel für solche Investitionen sind industriell genutzte Hallenheizungen mit einem Lebenszyklus von 15 Jahren und mehr. Wer heute vor einer solchen Anschaffung steht, sollte sich definitiv mit Heizsystemen, die klimaneutral heizen, auseinander setzen. Doch was genau steckt hinter klimaneutralem Heizen und der angestrebten Klimaneutralität? 

Klarheit könnte hier der am 11. Oktober 2021 veröffentlichte Report des Kopernikus-Projekts Ariadne1) geben. Hierbei handelt es sich um eine Studie von mehr als 50 Forschenden aus 10 Instituten, die verschiedene Transformationsszenarien zur Klimaneutralität beleuchtet und bewertet haben. Damit liegt erstmals ein umfassender und detaillierter Modellvergleich mit robusten Erkenntnissen zu Transformationspfaden, Spielräumen und Engpässen vor. Folgende zentrale Einsichten lassen sich über alle Szenarien und Modelle hinweg ableiten: 

  1. Die zentralen Energieträger in einem klimaneutralen Energiesystem sind hauptsächlich erneuerbarer Strom, grüner Wasserstoff und grüne E-Fuels sowie nachhaltig erzeugte Biomasse. 
  2. Eine zunehmend erneuerbare Stromversorgung ist die tragende Säule der weiteren Dekarbonisierung des Energiesystems. 
  3. Allein die Steigerung der Energieeffizienz führt in den Zielszenarien bis 2045 zu einem Rückgang des Endenergieverbrauchs um 34 - 59 % gegenüber 2019. 
    Und klar ist auch, so der letzte Punkt: Die Klimaschutz-Ziele für 2030 und 2045 sind extrem herausfordernd und können nur mit massiven Investitionen, zusätzlichen politischen Maßnahmen und Infrastrukturaufbau in allen Sektoren erreicht werden. 

1) Quelle: Deutschland auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045: Szenarien und Pfade im Modellvergleich. https://ariadneprojekt.de/publikation/deutschland-auf-dem-weg-zur-klimaneutralitat-2045-szenarienreport/ 

Das Wichtigste zum klimaneutralen Heizen aus dem Koalitionsvertrag der Ampel  

Seit kurzem liegt nun der Koalitionsvertrag der Ampel mit dem Titel „Mehr Fortschritt wagen“ auf dem Tisch. Trotz konstruktivem Zukunftsgeist birgt er noch jede Menge Unsicherheiten, so die DIHK in ihrer ersten vorläufigen Gesamtbewertung2). Dennoch zeichnet sich jetzt mehr Klarheit ab, wie der Weg zur Klimaneutralität gestaltet werden kann. Relevant für Investitionen in energieintensive Technologien wie Hallenheizungen sind vor allem die Kernaussagen im Koalitionsvertrag. Wir haben sie für Sie mit Bezug auf Seite und Absatz des Koalitionsvertrags zusammengefasst:

S. 27 – Kapitel „Wirtschaft“ Stichwort „Industrie“

  • Wir setzen uns für die Gründung einer Europäischen Union für grünen Wasserstoff ein. 
  • Dazu wollen wir […] Investitionen in den Aufbau einer Wasserstoffnetzinfrastruktur finanziell fördern. 
  • So wollen wir bis 2030 Leitmarkt für Wasserstofftechnologien werden. 
  • […] für eine Initiative zur Gründung eines für alle Staaten offenen internationalen Klimaclubs mit einem einheitlichen CO2-Mindestpreis und einem gemeinsamen CO2-Grenzausgleich. 

S. 59f – Kapitel „Klima, Energie, Transformation“ Stichwort: „Gas und Wasserstoff“

  • Eine Energieinfrastruktur für erneuerbaren Strom und Wasserstoff ist eine Voraussetzung für die europäische Handlungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit im 21. Jahrhundert. 
  • Wir beschleunigen den massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Errichtung moderner Gaskraftwerke, um den im Laufe der nächsten Jahre steigenden Strom- und Energiebedarf zu wettbewerbsfähigen Preisen zu decken. 
  • Die bis zur Versorgungssicherheit durch Erneuerbare Energien notwendigen Gaskraftwerke müssen so gebaut werden, dass sie auf klimaneutrale Gase (H2-ready) umgestellt werden können. 
  • Erdgas ist für eine Übergangszeit unverzichtbar. 
  • Wir wollen den Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffwirtschaft und die dafür notwendige Import- und Transportinfrastruktur möglichst schnell vorantreiben. 

S. 60 – Kapitel „Klima, Energie, Transformation“ Stichwort: „Netze“

  • Strom- und Wasserstoffnetze sind das Rückgrat des Energiesystems der Zukunft 

S. 90 – Kapitel „Bauen und Wohnen“ Stichwort: „Klimaschutz im Gebäudebereich“

  • [Wir] ändern das Gebäudeenergiegesetz (GEG) wie folgt: Zum 1. Januar 2025 soll jede neu eingebaute Heizung auf der Basis von 65 Prozent erneuerbarer Energien betrieben werden3). 
  • Im GEG werden die Neubau-Standards zum 1. Januar 2025 an den KfW-EH 40 angeglichen. 
  • Daneben können im Rahmen der Innovationsklausel gleichwertige, dem Ziel der THG-Emissionsreduzierung folgende Maßnahmen eingesetzt werden. 
  • Wir setzen auf passgenaue und technologieoffene Maßnahmen […] 

Die Förderprogramme werden wir den Zielen und Bedarfen entsprechend weiterentwickeln und umschichten. 

Ampel-Koalitionsvertrag im Bund 2021. Erste, vorläufige Gesamtbewertung © Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK) | Berlin | Brüssel, Stand: November 2021 

Dezentral beheizte Hallen(zonen) mit Raumhöhe > 4 m sind von der Nutzungspflicht erneuerbarer Energien zur Deckung des Wärme- und Kälteenergiebedarfs ausgenommen (GEG). 

Zusammengefasst bedeutet das für das klimaneutrale Heizen, dass...  

… Grüner Strom und grünes Gas (Wasserstoff) die Energieträger auf dem Weg zur Klimaneutralität sind. Dabei wird die Bedeutung von Erdgas als Brückentechnologie bestätigt – der kohlestoffärmste fossile Energieträger wird auch weiterhin einsetzbar sein und als Übergangslösung genutzt, bis wir mit Wasserstoff vollständig klimaneutral heizen können. Und auch dies wird betont: Neben regenerativen Energien sind gleichwertige, dem Ziel der THG-Emissionsreduzierung folgende Maßnahmen, wie z. B. die Steigerung der Energieeffizienz, anerkannt, was unseren dezentralen gasbetriebenen Hallenheizungen zugunsten kommt und sie zu einer Option zum klimaneutralen Heizen macht 

Hoch effizient und flexibel: Dezentrale gasbetriebene Hallenheizungen flankieren den Weg zum klimaneutralen Heizen 

Diese Aussagen geben Klarheit darüber, dass erdgasbetriebene dezentrale Infrarot-Hallenheizungen auf längere Sicht der Golden-Standard in der Hallenbeheizung bleiben werden. Dafür gibt es gute Gründe, denn die speziell für die bauphysikalischen Bedingungen von Hallengebäuden entwickelten Heizungssysteme sind bei Raumhöhen > 4 m in puncto Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit den meisten technischen Alternativen deutlich überlegen. Aufgrund ihrer hohen Energieausbeute und sehr geringen peripheren Verlusten realisieren Infrarotheizungs-Technologien Typ Dunkelstrahler wie die von KÜBLER Energieeinsparungen zwischen 30 und 70 Prozent. Sie können bereits heute die Anforderungen der Klimaziele von 2030 erfüllen – es handelt sich hier also nicht um vollkommen klimaneutrales Heizen, ist aber im Vergleich zu den Alternativen wesentlich umweltfreundlicher, da die Energieeffizienz besonders hoch ist. Hinzu kommen die relativ geringen Investitionskosten. Und übrigens lassen sich die Highefficiency-Technologien des Ludwigshafener Hallenheizungsspezialisten bereits heute mit Biogas4) betreiben und sind H2-ready. Das bedeutet: sobald Ihnen Wasserstoff zur Verfügung steht, können Sie diesen mit einem zuverlässigen Anteil von 20 Vol.-% (und zunehmend mehr) problemlos beimischen, sodass man sich Schritt für Schritt dem klimaneutralen Heizen nähert. 

 
Auch durch ihre Flexibilität überzeugen Hallenheizungen des Typs Dunkelstrahler bei der Beheizung von Produktions-, Lager- und anderen Hallengebäuden. Die dezentralen gasbetriebenen Lösungen haben im Vergleich zu warmwasserbasierten Technologien extrem kurze Aufheiz- bzw. Abschaltzeiten. Ihre Hallenheizung kann damit unmittelbar auf zusätzlich notwendige Schichtbetriebe oder auch auf Änderungen der Außentemperatur reagieren – Sie heizen also nicht dem Wetter von gestern hinterher, was auch der richtige Schritt zum klimaneutralen Heizen ist. Weil die Geräte nur geringen Platzbedarf unter der Decke haben, bleibt dort genügend Nutzungsfreiraum. Und auch Ihr Hallenboden lässt Ihnen – anders als bei Fußbodenheizungen – die volle Flexibilität, z. B. für Änderungen der Maschinenaufstellung. 

Klimaneutral heizen mit KÜBLER – wie die Hallenheizung der Zukunft aussieht 

Die Energieträger der Zukunft heißen erneuerbarer Strom und grüner Wasserstoff. Was bedeutet dies für das klimaneutrale Heizen in der Industrie? Beim Innovationsführer für Energiesparende Hallenheizungen KÜBLER sieht man hier im Wesentlichen zwei Optionen: 

  1. Die Hallenheizung der Zukunft wird aufgrund ihrer hohen Effizienz und aufgrund der noch volatilen Verfügbarkeit regenerativer Energieträger auf lange Sicht weiterhin erd- bzw. flüssiggasbasiert funktionieren. 
  2. Den fossilen Gasen wird ein zunehmend steigender Anteil grüner Gase beigemischt – solange bis die technischen Herausforderungen der Produktion und Verteilung von Wasserstoff gelöst sind und die Systeme zu 100 % mit Wasserstoff betrieben werden.  

Wann genau dies sein wird, bleibt derzeit offen. Klar ist jedoch, dass sowohl in der Industrie als auch im privaten Umfeld auf klimaneutrales Heizen mit grünem Wasserstoff umgestiegen werden muss, um vollkommene Klimaneutralität zu erreichen. Bis dahin heißt es, auf Heizsysteme mit einer hohen Energieeffizienz zu setzen und die hierfür genutzten fossilen Gase nach und nach zu präparieren, bis man vollständig auf die Nutzung von Wasserstoff umsteigen kann. 


Korpus eines Businessman, dessen Finger auf einen Hervorgehobenen GO Grenn Button zeigt, welcher symbolisch für Energieträger der Zukunft steht.

Mit KÜBLER zu Energieträgern der Zukunft wechseln

Die Ziele der Bundesregierung in Sachen Energiewende sind ehrgeizig: Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral sein und bei der Erzeugung von Wärme auf fossile Energieträger verzichten. Ein Ziel, das Druck auf die Industrie ausübt. Zahlreiche Neuerungen drängen auf den Umstieg auf Erneuerbare Energien – etwa das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), das in der Wärmeversorgung einen ansteigenden CO2-Preis für fossile Brennstoffe festsetzt.

Das Problem: Die Erneuerbaren Energien spielen bislang im Wärmebereich eine viel kleinere Rolle als im Strombereich. Ihr Anteil an der Wärmeversorgung beträgt laut Bundeswirtschaftsministerium derzeit nur knapp 14 Prozent. Viel zu wenig für die energiehungrige Industrie, die pro Jahr knapp 530 TWh Energie für Wärme- und Kälteanwendungen benötigt – zum Vergleich: Alle privaten Haushalte in Deutschland zusammen liegen mit 629 TWh nur wenig darüber.

Doch eins ist klar: Die Energiewende gelingt nur dann, wenn auch die Industrie bei der Wärmegewinnung auf Erneuerbare Energien umsteigt. Dafür sind Energieträger der Zukunft nötig. Doch was genau versteht man hierunter? Welche Heizsysteme sind kompatibel mit der Architektur und der Größe von Industriehallen und zählen gleichzeitig zu Energieträgern der Zukunft? Erfahren Sie alles, was Sie zu diesem Thema wissen müssen, in diesem Beitrag!

Mit welchen Technologien und Energieträgern der Zukunft lässt sich die Energiewende in der Industrie bewerkstelligen?

In der Industrie ist der Wärmebedarf differenzierter als bei Wohngebäuden. Zum einen benötigen Unternehmen Niedertemperaturwärme bis 100 °C – etwa für Heizungen, Trocknungs-, Koch- oder Waschprozesse. Zum anderen ist für industrielle Prozesse jenseits des Heizens Hochtemperaturwärme von bis zu 500 °C gefragt. Diese Unterscheidung ist die erste große Weichenstellung, wenn es darum geht, Technologien zu diskutieren, die mit erneuerbaren Energieträgern der Zukunft arbeiten.

Wärmepumpen und Solarthermie eignen sich beispielsweise sehr gut für niedrige Temperaturen, etwa für die Erzeugung von Heißwasser oder Dampf. Perspektivisch gehen Experten davon aus, dass sich große Teile der notwendigen Niedertemperaturwärme in der Industrie mit Wärmepumpen decken lässt. In Szenarien des Bundeswirtschaftsministeriums liefern die Geräte 2045 bis zu 60 TWh, Solarthermieanlagen werden bis zu 12 TWh ergänzen. Für den Hochtemperaturbereich hingegen kommen andere Verfahren der klimaneutralen Wärmeerzeugung in Betracht – unter anderem direkte elektrische Verfahren, Biomasseverfahren und Power-to-X (PtX).

Wärme aus Biomasse: Energieträger, der sich in der Zukunft bewähren kann?

Der größte Teil erneuerbarer Wärme entsteht laut Bundeswirtschaftsministerium derzeit durch die Verbrennung von Biomasse in fester, gasförmiger oder flüssiger Form. Im Jahr 2019 entstanden auf diese Weise 152 TWh Wärme – das sind rund 86 Prozent der mit Erneuerbaren Energien bereitgestellten Wärme. Mit knapp 80 TWh kam mehr als die Hälfte davon für Gebäudewärme zum Einsatz. Vorrangig im Bereich privater Haushalte. Die Industrie hingegen nutzt Biomasse als Energieträger in erster Linie für die Erzeugung von Wärme für Hochtemperaturprozesse.

Doch ist Biomasse für die Industrie ein Energieträger der Zukunft? Hier scheiden sich die Geister. Viele Szenarien gehen aufgrund der hohen sektorübergreifenden Nachfrage davon aus, dass mit stark ansteigenden Preisen für Biomasse zu rechnen ist. Eine solche Preisexplosion würde klar gegen den Zukunftsfaktor sprechen, sodass Biomasse als effizienter Energieträger in der Zukunft nicht in Frage kommen würde.

Großflächen-Solarthermie: Wichtiger Energieträger der Zukunft – jedoch in Maßen

Solarthermieanlagen sind für die Industrie eine interessante Möglichkeit, Wärme aus Erneuerbaren Energien zu erzeugen. Denn in Deutschland fallen laut Agentur für Erneuerbare Energien im Schnitt jährlich auf jeden Quadratmeter 1125 kWh Sonnenenergie. Kollektoren, die sich optimal auf Dächern großer Hallen installieren lassen, machen es möglich, diese Strahlung der Sonne in Wärmeenergie umzuwandeln. Die Kollektoren geben die Sonnenenergie dabei in der Regel an eine frostsichere Wärmeträgerflüssigkeit ab, welche die Energie über einen Wärmetauscher an Speicherwasser überträgt. Die Wärme lässt sich für Heizungen und Trinkwasser nutzen. Ein System, das so effektiv ist, dass Solarthermieanlagen 2045 laut Bundeswirtschaftsministerium bis zu 40 TWh Wärme bereitstellen werden – das entspricht bis zu zehn Prozent des gesamten Gebäudewärmebedarfs. Zum Vergleich: 2019 waren es erst 8 TWh. Bei Solarthermie handelt es sich definitiv um einen Energieträger der Zukunft, der großes Potenzial hat.

Doch lohnt sich die Solarthermie auch für die Industrie? Auch hier scheiden sich die Geister. Viele Unternehmen nutzen ihre Dachflächen lieber, um Solarmodule für die Erzeugung grünen Stroms zu erzeugen. Kommt Solarthermie in Ein- und Zweifamilienhäusern immer häufiger zum Einsatz, ist der Anteil der Großflächensolarthermie derzeit noch gering. Trotzdem ist eine erhebliche Ausbaudynamik zu beobachten. Oft kombinieren Anwender die Solarthermie dabei mit einem zweiten Wärmeerzeuger – etwa mit einer Wärmepumpe, deren Effizienz sich steigern lässt, indem die Solarthermieanlage das Temperaturniveau anhebt.

Geothermie: Energieträger gewinnen wir in der Zukunft aus dem Erdinneren – oder nicht?

Sowohl die Energie der Sonnenstrahlen als auch die Wärme im Erdinneren lässt sich nutzen, um klimafreundlich zu heizen und gilt als Energieträger, der in der Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Hier kommt die sogenannte Geothermie ins Spiel. Anwender bohren dabei in Tiefen von bis zu 4.500 Metern nach heißem Tiefwasser, um es in Wärmenetzen oder Heizkraftwerken zu nutzen. Wie effektiv diese Methode ist, hängt stark von der Region ab. Lohnenswert ist die Investition vor allem in Gebieten, in denen hohe Wärmenachfrage und günstige geologische Voraussetzungen zusammentreffen. Es besteht allerdings immer das Risiko, bei Bohrungen nicht auf wärmespeichernde Schichten zu treffen. So kann es sein, dass die Kosten und Bemühungen auf der Suche nach dem Energieträger der Zukunft umsonst sind.

Erdgas: Derzeit noch dominierender Energieträger – auch in der Zukunft?

In der Zukunft der Erneuerbaren Energien wird Gas eine Schlüsselrolle spielen. Da Deutschland in den letzten Jahren ein großes Erdgasnetz ausgebaut hat, ist dieser umweltfreundliche Energieträger derzeit der dominierende Brennstoff für die Wärmeversorgung. Tendenz weiter steigend. Denn aktuell stellen viele Akteure in Folge des Kohleausstiegs die Kohle-Kraft-Wärme-Kopplung auf Gas-Kraft-Wärme-Kopplung um. Experten gehen davon aus, dass Erdgas auch 2030 noch eine bedeutende Rolle im Wärmesektor spielen wird. Das Medium wird die Energiewende begleiten. Und danach? Erdgas wird Keineswegs als Energieträger der Zukunft gesehen, jedoch lässt sich das Gasnetz weiterhin nutzen – etwa für Biogas oder, mit leichter technischer Modifikation, auch für grünen Wasserstoff.

Grüner Wasserstoff: Ein wichtiger Spieler wenn es um Energieträger der Zukunft geht

Es existiert ein weiterer Energieträger, der in der klimaneutralen Zukunft eine wichtige Rolle spielen könnte: Wasserstoff. Er entsteht durch die Elektrolyse von Wasser, wenn sich Wasser (H2O) in Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H2) aufspaltet. Kommt bei diesem energieintensiven Prozess Strom aus Erneuerbaren Energien zum Einsatz, spricht man von grünem Wasserstoff. Das entsprechende Verfahren hört auf den Namen Power-to-Gas. Ähnlich wie Biogas lässt sich dieser grüne Wasserstoff verbrennen, um umweltfreundlich Wärme zu erzeugen. Infrarotheizungen von KÜBLER sind beispielsweise in der Lage, bis zu 20 Prozent Wasserstoff in Wärme umzuwandeln. In Kombination mit einem Wärmetauschsystem lässt sich die Abwärme der Heizungen zudem in den Heizkreisrücklauf einer Pumpe-Warmwasser-Heizung einspeisen. Bis zu 15 Prozent Energie, die bislang an die Umgebung verloren ging, gewinnen Anwender auf diese Weise zurück. Mit grünem Wasserstoff als Energieträger kann man in der Zukunft hervorragend Kosten sparen und die Umwelt schonen.

Fazit: Unsere Sicht auf die Energieträger der Zukunft

Und welchen Energieträgern wird die Zukunft nun gehören? Es gibt nicht die eine Energieform, die den gesamten Wärmebedarf der Industrie klimaneutral decken könnte. Mischformen werden sich durchsetzen. Dabei werden direkte thermische Verfahren eine Rolle spielen ­– also Solarthermie, tiefe Geothermie und Abwärme. Ebenso Technologien wie Wärmepumpen oder Power-to-Heat-Verfahren, die unterstützend Strom aus Erneuerbaren Energien benötigen. Doch egal, welches Verfahren und welcher Energieträger: In der Zukunft wird die Energiewende nur gelingen, wenn sich gleichzeitig die Energieeffizienz von Industriegebäuden verbessert. Und auch dabei unterstützen Sie die Hallenheizungen von KÜBLER.


Straßenschild in Form eines Vorfahrt gewären Schildes, mit der Aufschrift CO2-Steuer.

Die neue CO2-Steuer: Was bedeutet sie für Ihr Unternehmen?

Seit 01. Januar 2021 gilt die CO2-Bepreisung, auch bekannt als „CO2-Preis“ oder „CO2-Steuer“. In den Augen vieler Unternehmer und Verbraucher eine zusätzliche Belastung, lässt die neue Abgabe doch die Energiepreise in die Höhe schnellen dadurch unter anderem die Heizkosten steigen. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr über die neue CO2-Steuer und ihre Folgen.

Jetzt hat CO2 auch in Deutschland einen Preis

Zum Schutz unserer Lebensgrundlagen hat die Weltgemeinschaft auf der UN-Klimaschutzkonferenz 2015 im Übereinkommen von Paris beschlossen, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst auf 1,5 °C, zu beschränken. Dazu müssen wir ab 2050 treibhausgasneutral sein. Seitdem wurden mehr und mehr Maßnahmen entwickelt, um dieses Ziel zu erreichen – sowohl international als auch auf europäischer und nationaler Ebene. Die Europäische Union will die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent senken (Vergleichsjahr ist 1990). Mit dem sogenannten EU ETS (European Union Emissions Trading System) gibt es einen Emissionshandel für fast die gesamte Energiewirtschaft. Das Ziel: die klimaschädlichen Gase zu reduzieren, indem als Anreiz dafür eine begrenzte Zahl an Emissionsrechten ausgegeben und frei auf dem Markt gehandelt werden. Außerhalb des europäischen Emissionshandels fehlte jedoch bisher ein solcher Anreiz. Im nationalen Klimaschutzprogramm 2030 wurden von der Bundesregierung daher neben Förderprogrammen und ordnungsrechtlichen Maßnahmen auch preisliche Anreize verabschiedet.

Besondere Bedeutung kommt den Sektoren Verkehr und Wärme zu, denn hier werden rund ein Drittel der klimaschädlichen Emissionen verursacht. Um 80 % soll der CO2-Ausstoß alleine im Wärmesegment bis 2050 sinken. Der Weg dahin wurde mit Inkrafttreten des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) Ende 2019 geebnet. Basierend darauf hat der Ausstoß von Treibhausgasen nun auch in Deutschland einen Preis. Seit 2021 setzt Deutschland mit dem nationalen Emissionshandel (nEHS) auf ein eigenes, zusätzliches Instrument zur Reduzierung der CO2-Emissionen, bekannt als CO2-Steuer. Der Bund setzt damit klare Ziele:

  • Die Mindestziele der EU-Klimaschutzverordnung erreichen
  • Die nationalen Klimaschutzziele erfüllen, v. a. Treibhausgasneutralität bis 2050
  • Die Energieeffizienz verbessern

Wie funktioniert die CO2-Steuer?

Die neue, seit 01. Januar 2021 gültige CO2-Steuer bezieht sich auf die Sektoren Verkehr und Gebäudewärme. Sie legt fest, dass die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Heizöl, Flüssiggas, Erdgas, Kohle, Benzin und Diesel ab sofort durch einen festen, schrittweise steigenden Preis „besteuert“ werden. Das soll Anreize schaffen, weniger Energie zu verbrauchen und auf umweltfreundlichere Alternativen umzusteigen.

Wie funktioniert die CO2-Steuer nun aber? Unternehmen, die diese Brennstoffe in den Verkehr bringen, müssen sich mit Zertifikaten sogenannte „Emissionsrechte“ erwerben. Diese Zertifikate basieren auf einer zuvor festgelegten Grenzmenge an Emissionen; ihre Anzahl wird von Jahr zu Jahr reduziert. Wer diese Zertifikate erwirbt, unterscheidet sich je nach Brennstoff. Beim Erdgas sind dies z. B. die Stadtwerke als diejenigen, welche die Endverbraucher beliefern. Zertifikate für Mineralöl-Produkte müssen überwiegend von Produzenten (z. B. Raffinerien) und Händlern erworben werden. Die Kosten für diese Emissionsrechte werden auf die Endverbraucher, d. h. Privatkunden und Unternehmen umgelegt, mit dem Ergebnis, dass die Preise für Heizmittel und Kraftstoffe von 2021 an steigen.

Was kommt mit der CO2-Steuer an Zusatzkosten auf Sie zu?

Damit sich Wirtschaft und Verbraucher schrittweise auf das neue System einstellen können, gelten für die CO2-Steuer zunächst Festpreise. Sie starten 2021 bei 25 Euro pro Tonne CO2 und steigen bis 2025 schrittweise an. Ab 2026 sieht die Regelung vor, dass sich die Kosten der CO2-Steuer marktabhängig zunächst in einem Preiskorridor zwischen 55 Euro (Minimum) und 65 Euro (Maximum) pro Tonne CO2 entwickeln und ab 2027 in eine freie Handelsphase übergehen. 2025 will man auf politischer Ebene über die weitere Preisbildung entscheiden. Die Kosten für fossile Brennstoffe werden sich also schrittweise erhöhen, am moderatesten bei Erdgas mit 6 Cent je 10 kWh im ersten Jahr.

Tabelle über den nationalen Emissionshandel und zeigt die Preiserhöhung nach Energieträger.
Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2021)

Was bedeutet die CO2-Steuer nun konkret und was sollten Sie tun?

In erster Linie bedeutet die CO2-Steuer zweierlei:

  1. Heizen und Mobilität werden teurer.
  2. Energieträger, Energienutzung und Technologien müssen neu beurteilt und deutlich effizienter gestaltet werden, um die steigenden Kosten abzufangen.

Nach dem Motto „Die sauberste und günstigste Energie ist die, die gar nicht erst verbraucht wird“ setzt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie u. a. mit seiner Kampagne Deutschland macht’s effizient auf Ressourcenschonung. Dabei gilt der Grundsatz „Effizienz vor Substitution“. Wenn Sie beispielsweise aktuell bereits moderne, dezentrale Effizienz-Technologien zum Heizen nutzen, die zwar mit fossilen Brennstoffen, aber dafür sehr energiesparend arbeiten, besteht weniger Handlungsbedarf. Ab einer Höhe von über vier Metern sind Sie übrigens beim Heizen mit dezentralen Technologien im Neubau von Hallengebäuden von der Erneuerbare-Energien-Pflicht des GEG befreit.

Energieeffizienz ist nicht nur aus ökologischer Sicht eine Notwendigkeit, sondern zunehmend auch ökonomisch von Bedeutung. Deshalb sollten Sie natürlich langfristig nicht zögern, Ihre Heizung zu modernisieren bzw. auf alternative Energiequellen umzusteigen. Das kann auch zukünftig Erdgas sein – denn: Durch die kommende Zuspeisung von Wasserstoff (Power-to-Gas) und die Möglichkeit, Erdgas synthetisch herzustellen, wird dieser Energieträger zunehmend grüner und regenerativer. Lesen Sie dazu am besten unseren weiterführenden Beitrag zu Zukunftstechnologien für die Heizungsmodernisierung!

Welche Möglichkeiten hat die Wirtschaft, trotz CO2-Steuer Kosten zu sparen?

Das Gute am BEHG und der neuen CO2-Steuer: die Politik setzt damit echte Anreize, um Unternehmen und Verbrauchern mehr Energieeffizienz, den Einsatz klimafreundlicher Energieträger und die Entwicklung innovativer Produkte schmackhaft zu machen. Zudem besteht mit der festgelegten Preisregelung bis 2026 Planungssicherheit und ein ausreichend großes Zeitfenster, um zu reagieren. Als Unternehmen oder Verbraucher entscheiden Sie also selbst: Ist es für Sie sinnvoller, die CO2-Besteuerung zu bezahlen oder der Kostensteigerung durch passende Maßnahmen entgegenzuwirken? Unser Tipp: versuchen Sie, Ihre Ziele mit möglichst wenig Energie zu erreichen und prüfen Sie langfristig den Einsatz regenerativer Energien. So profitieren beide Seiten: das Klima und Ihr Unternehmen. Im Folgenden nennen wir Ihnen Beispiele, wie Sie die Energieeffizienz erhöhen können:

  • Erhöhte Wärmedämmung
  • Der Einsatz energieeffizienter Technologien
  • Die Nutzung von Wärmerückgewinnung und Restwärme
  • Der Einsatz intelligenter Steuerungstechnik
  • Die Umstellung auf Energieträger mit niedrigeren Emissionswerten (z. B. Erdgas statt Heizöl)
  • Die Einbindung von Solarthermie und anderen regenerativen Energien

Wie lassen sich die steigenden Kosten umgehen?

  • § 11 des BEHG sichert Unternehmen per Härtefallregelung einen finanziellen Ausgleich zu, wenn diese unzumutbar stark von den steigenden Preisen betroffen sind. Voraussetzungen sind:
  • Die Brennstoffkosten machen mehr als 20 % der Gesamtkosten des Betriebs aus.
  • Zusatzkosten, die mit der Einführung des BEHG auf das Unternehmen zukommen, würden 20 % der Bruttowertschöpfung übersteigen.

Darüber hinaus sollen Doppelbelastungen infolge des Einsatzes von Brennstoffen in einer dem EU-Emissionshandel unterliegenden Anlage möglichst vermieden werden.

Geplant ist zudem, diejenigen Unternehmen zu entlasten, die auf dem internationalen Markt durch die CO2-Besteuerung Nachteile erfahren würden. Denn für etliche ausländische Wettbewerber fallen CO2-Bepreisung bzw. dadurch steigende Brenn- und Kraftstoffkosten weg. Die Lösung kommt in Form der sogenannten „Carbon Leakage Verordnung“: Wer durch die CO2-Steuer Nachteile auf dem internationalen Markt hat, erhält einen finanziellen Ausgleich. So will Deutschland das Abwandern von Unternehmen verhindern. Betroffene Unternehmen müssen jedoch nachweisen, dass sie über ein Energiemanagement-System verfügen und bereits daran arbeiten, ihre CO2-Emissionen zu verringern. Sie müssen die Vergünstigungen dann für die weitere Senkung ihres CO2-Ausstoßes einsetzen.

Werden meine Maßnahmen in den Klimaschutz gefördert?

Auf nationaler Ebene unterstützt der Bund die Investitionen in den Klimaschutz durch eine Reihe umfassender, teilweise aktualisierter Förderprogramme und Zuschüsse. Dazu zählen zum Beispiel die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) oder die Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft. Diese Programme können Sie entweder als Zuschuss über die BAFA oder als Kreditförderung über die KfW beantragen. Zusätzlich werden auch Kosten, die für Energieberatung anfallen, bezuschusst.

Welche Möglichkeiten können Unternehmen nutzen, wenn die Investitionskosten zu hoch sind?

Wer nicht investieren kann oder will, aber trotzdem moderne Effizienztechnologien zum Heizen von Produktions- und Lagerhallen einsetzen und damit die Zusatzkosten durch die CO2-Steuer senken will, ist mit HeizWerk gut beraten. Dieses Mietmodell ist wirtschaftlich gleich doppelt interessant – zum einen, weil für die Unternehmen weder Investitions- noch Abschreibungsaufwand entstehen. Zum anderen, weil bei der energetischen Sanierung von Bestandsanlagen die Energiekosteneinsparung durch die Effizienztechnologien meist deutlich höher ist als der Mietbetrag. Mit dem positiven Ergebnis, dass den Unternehmen nach der Modernisierung sogar Extra-Geld in der Kasse bleibt.

Fazit: Fangen Sie an, den CO2-Ausstoß Ihres Unternehmens zu reduzieren!

Auch wenn die CO2-Steuer die Preise nur langsam steigen lässt, sollten Sie nicht zu lange warten. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Einsparpotenziale und senken Sie gezielt CO2-Emissionen und Energieverbrauch. Gerade in Hallengebäuden verspricht eine Heizungsmodernisierung große Einsparmöglichkeiten. Rechnen Sie gerne mit unserem kostenlosen CO2-Rechner nach und erhalten Sie eine erste Einschätzung, wo und wie Sie noch reduzieren können!


2 Heizungsbauer laufen durch eine Lagerhalle und sprechen darüber, wie wichtig es ist, bei der Heizungsplanung Zukunftstechnologien zu berücksichtigen.

Warum Sie bei der Heizungsmodernisierung auf effiziente Zukunftstechnologien setzen sollten

Ehrgeizige Klimaschutzziele und neue Gebäudeenergie-Verordnungen bringen die eine oder andere Herausforderung für Unternehmen mit sich. Neben effektiver Dämmung oder der Reduzierung des Stromverbrauchs durch Licht und IT ist dabei die Heizungsmodernisierung ein wichtiger Punkt, um die neuen Anforderungen zu erfüllen. Besonders im Hinblick auf langfristige Effizienz und Wirtschaftlichkeit sollten Sie bei Ihrem Vorhaben auf Zukunftstechnologien wie Infrarotstrahler setzen.

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz sind heute so wichtig wie nie zuvor

Angesichts des Klimawandels hat sich die Europäische Union deutliche Ziele gesetzt, um den Schadstoffausstoß einzugrenzen: Bis 2030 sollen demnach die Emissionen im Vergleich zu 1990 um mindestens 55 % gesenkt werden, bis 2050 will die EU möglichst vollständig treibhausgasneutral sein. Außerdem müssen bis dahin die CO2-Emissionen im Wärmemarkt um 81 % in Bezug auf das Vergleichsjahr 1990 gesenkt werden. Im Mai 2021 hat sich Deutschland noch ehrgeizigere Ziele gesetzt: 65 % Reduktion der CO2-Emissionen bis 2030, 88 % bis 2040 und Klimaneutralität bereits 2045 lauten die neuen Vorgaben im Klimaschutzgesetz.

Noch 2021 sollen Vorschläge zur Optimierung bestehender Gesetzgebungen vorgelegt werden, darunter u.a. zur EU-Energiegesetzgebung. Doch eines ist auch jetzt schon sicher: Unternehmen werden klar in die Verantwortung gezogen, damit die einzelnen Länder die Klimaschutzziele erfüllen können. Bestes Beispiel dafür ist das im November 2020 in Kraft getretene Gebäudeenergiegesetz (GEG), welches EnEG, EnEV und EEWärmeG ablöst.

Das GEG regelt die energetischen Anforderungen und den Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteversorgung – sowohl bei Neubauten als auch bei Modernisierungen. Mit Ausnahmen müssen über 30 Jahre alte Gas- und Ölheizungen ausgetauscht werden. Zu beachten ist außerdem, dass Ölheizungen ab 2026 vollständig verboten sein werden. Höchste Zeit also, nun Ihre Heizanlagen neu zu planen und auf effiziente Zukunftstechnologien zu setzen.

Für Hallengebäude – im Neubau wie im Bestand – empfehlen sich in dieser Hinsicht moderne Infrarotstrahler. Und das hat einfache Gründe.

1. Zukunftstechnologien wie Infrarotstrahler sind schon heute effizienter als gefordert

Das liegt am Wirkprinzip Infrarot. Infrarotstrahlen erwärmen Körper und Gegenstände, die sie absorbieren. Die Luft hingegen bleibt unberührt, wodurch so gut wie keine Warmluft entstehen, nach oben steigen und sich ungenutzt unter der Decke stauen kann. Neben der Konvektion kommt hier noch ein weiteres physikalisches Gesetz zum Tragen: Je höher die Temperatur einer Wärmequelle, desto geringer ihr unerwünschter konvektiver Anteil. Und das bedeutet: Mit Infrarotstrahlern verschwenden Sie kaum noch Energie, schonen Ressourcen und vermeiden unnötige CO2-Emissionen. Kombiniert mit Restwärmenutzung schießt diese Zukunftstechnologie deshalb schon heute deutlich über die Klimaschutzanforderungen hinaus.

2. Infrarotstrahler sind auch in wirtschaftlicher Hinsicht die richtige Wahl

Beim Modernisieren einer Heizung sollten Sie langfristig denken – und genau deshalb ist es wichtig, verlässliche Zukunftstechnologien zu nutzen. Denn die Anforderungen an Klimaschutz und Energieeffizienz werden nicht geringer. Es ist dann wenig sinnvoll, auf ein Heizsystem zu setzen, das ein x-Faches an Investitions- und Verbrauchskosten generiert oder das Sie in wenigen Jahren wieder austauschen müssen.

Durch die Übererfüllung der Klimaschutzanforderungen können Sie sich bei einem Infrarotstrahler hingegen sicher sein: Damit sind Sie langfristig gut aufgestellt – auch, was die Kosten betrifft. Denn Hallenheizungen verbrauchen über ihren Lebenszyklus hinweg etwa das sechs- bis zwanzigfache an Energiekosten im Vergleich zu den Investitionskosten. Doch Zukunftstechnologien wie Infrarotstrahler sind so effizient, dass sie bis zu 70 % Energie einsparen. Das senkt die Total Cost of Ownership enorm. Die Frage, warum Sie bei der Modernisierung auf Zukunftstechnologien setzen sollten, lässt sich daher auch aus wirtschaftlicher Sicht klar beantworten.

Doch ist ein gasbetriebenes System wirklich zukunftssicher?

Nun stellen Sie sich vielleicht gerade die Frage, was ein gasbetriebenes System (wie es ein Infrarotstrahler nun einmal ist) mit Zukunftstechnologien zu tun hat. Schließlich hält sich doch nachhaltig der Glaube, dass man bei Neubau- und Modernisierungsprojekten zur Nutzung erneuerbarer Energien verpflichtet ist– oder?

Diese Annahme beruht auf alten Fassungen der Gesetzgebung. Länger schon ist jedoch berücksichtigt, dass Hallengebäude aufgrund ihrer heiztechnischen Besonderheiten eigene Anforderungen haben. Das neue GEG schließlich nimmt dezentral beheizte Hallen mit einer Deckenhöhe von mehr als vier Metern deshalb von der Pflicht zu erneuerbaren Energien aus. Denn diese mögen zwar grundsätzlich eine sinnvolle Energiequelle sein, sind jedoch besonders in Hallengebäuden meist deutlich ineffizienter.

Beim Beheizen von Hallen gilt eindeutig der Leitsatz „Effizienz vor Substitution“. Für eine Heizung, die schnell und flexibel die benötigte Heizmenge zur Verfügung stellen soll, lohnt sich deshalb bislang in den meisten Fällen nur ein Medium: Erdgas. Es weist einen guten Primärenergiefaktor auf, ist umweltfreundlich und durch die kommende Zuspeisung von Wasserstoff (Power-to-Gas) auch noch zukunftsfähig.

Gas zählt auf dem Weg zur Klimaneutralität 2050 zu den wegweisenden Zukunftstechnologien

Gas gilt nicht nur als Brückentechnologie beim Kohleausstieg, sondern wird durch kontinuierlich steigende regenerative Anteile (Stichwort „grüner Wasserstoff) zum Zukunfts-Energieträger schlechthin. Denn Gas ist das einzige Energiemedium, das für uns in Deutschland eine Energiespeicherung ohne chemische Kontamination erlaubt. Darüber hinaus sind Speicher- und Transportmöglichkeiten durch das optimal ausgebaute Gasnetz in Deutschland hervorragend umgesetzt. Sobald Power-to-Gas flächendeckend in großindustriellen Prozessen verfügbar ist, werden gasbetriebene Heizsysteme endgültig zu den Zukunftstechnologien zählen.

Zukunftstechnologien bieten Ihnen bei Klimaschutzzielen und Wirtschaftlichkeit Sicherheit

Klimaschutzziele und -vorgaben werden Besitzer von Industrie- und Gewerbehallen in den nächsten Jahren vor gewaltige Herausforderungen stellen. Doch wer schon jetzt auf effiziente Zukunftstechnologien wie Infrarotstrahler setzt, kann hinter diese Aufgabe schon einen Haken setzen. Wenn Sie noch mehr zu zukunftssicheren Heizsystemen wissen wollen, empfehlen wir Ihnen weiterführend unseren Beitrag über WÄRME 4.0. Lesen Sie darin, wie Sie mit einer ganzheitlichen Sicht auf Wärmeversorgung alle Möglichkeiten des digitalen Zeitalters ausschöpfen und so einen weiteren Schritt in die Zukunft gehen.