Zwei Experten beraten sich über die Heizungswartung in einer Halle für Fertigung von Industriekesseln.

Heizungswartung im Sommer: 5 Gründe, warum Sie die Wartung unbedingt in Angriff nehmen sollten

Wenn die Tage wärmer werden, werden auch die Heizungen in Produktions-, Lager- und anderen Hallengebäuden vorerst nicht mehr gebraucht. Doch nach der Heizperiode ist vor der Heizperiode – haken Sie also jetzt schon das ab, wofür im Herbst und Winter kaum Zeit bleibt: die Heizungswartung!

Wir haben Ihnen in diesem Beitrag fünf gute Gründe zusammengestellt, warum Sie die Heizungswartung so früh wie möglich in Angriff nehmen sollten.

Grund 1: Regelmäßige Heizungswartung ist vorgeschrieben

Verschiedene Normen, technische Regeln aber auch das Gebäudeenergiegesetz empfehlen Besitzern infrarotbasierter Hallenheizungen, ihre Anlagen regelmäßig zu warten und instand zu halten. Dies hier sind die wichtigsten:

  • Gebäudeenergiegesetz (GEG) § 60
  • Gasgeräteverordnung (EU) 2016/426
  • Technische Regel für Gasinstallationen (TRGI)
  • DVGW Regelwerke G 638-1 und G 638-2
  • Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB/B)
  • Verordnung über die Kehrung und Überprüfung von Anlagen (KÜO)

Um Rechtssicherheit zu haben, dürfte also allein schon die gesetzliche Verpflichtung durch das GEG Anlass genug sein, Ihre Hallenheizung am besten jährlich einer Wartung zu unterziehen. Doch lassen Sie uns vier weitere gute Gründe betrachten, warum die Wartung einen festen Termin in Ihrem Geschäftsjahr haben sollte.

Grund 2: Die jährliche Heizungswartung erhöht Verfügbarkeit und Produktivität

Eine Heizungsanlage ist durchschnittlich 1.700 Stunden jährlich in Betrieb. Vergleichen Sie das doch mal mit einem PKW. Diese Betriebsdauer würde bei durchschnittlich 60 km/h einer Laufleistung von mehr als 100.000 km p. a. entsprechen – undenkbar ohne Inspektion. Für Ihre Hallenheizung gilt das Gleiche. Die regelmäßige Wartung muss sein. Und sie bietet Ihnen viele Vorteile.

Angefangen bei dem guten Gefühl, sicher in die nächste Heizperiode zu starten. Zwar sind Hallenheizungen von einem Markenhersteller hochbelastbar und auf zuverlässigen Dauerbetrieb ausgelegt, aber auch hier müssen Verschleißteile gewechselt werden oder können Störungen auftreten. Ein regelmäßiger Check ist wichtig, damit Sie im Winter nicht kalt erwischt werden und die Produktion im schlimmsten Fall stillstehen muss. Wartung bedeutet also volle Funktionalität der Hallenheizung. Und dies bedeutet hohe Verfügbarkeit und Produktivität in allen betroffenen Prozessen. Zudem ist Heizungswartung die beste Voraussetzung für gleichbleibend hohen Heizkomfort, sparsamen Betrieb, niedrige Emissionswerte sowie für die Werterhaltung und den langen Lebenszyklus Ihrer Anlage.

Grund 3: Mit einem Wartungsvertrag profitieren Sie von verlängerter Garantiezeit

Ein weiterer Punkt muss in diesem Zusammenhang beachtet werden: die Garantiezeit. Verfügt Ihre neue Heizung über Herstellergarantie, ist diese üblicherweise ebenfalls an die regelmäßige Wartung geknüpft. Viele Hersteller bieten Ihnen in diesem Rahmen Wartungsverträge an. Die gesetzliche Gewährleistungsfrist von einem Jahr auf feuerberührte Bauteile wird dann zum Beispiel auf zwei Jahre erhöht, die zweijährige Gewährleistung auf nicht feuerberührte Komponenten verlängert sich auf fünf Jahre. Verzichten Sie auf den Servicevertrag und vernachlässigen die Heizungswartung, verzichten Sie auch auf diesen wichtigen Vorteil.

Gehen Sie also lieber auf Nummer sicher und kümmern Sie sich um Ihren Wartungstermin!

Grund 4: Wer seine Heizung warten lässt, spart Geld und schützt die Umwelt

Der Vorteil von Infrarot-Heizungen: Sie heizen hocheffizient und energiesparend. Je nach Hallenprojekt senken Sie den Energieverbrauch und die entsprechenden Kosten um bis zu 70 % verglichen mit konventionellen Heizgeräten. Auch der CO2-Ausstoß kann so signifikant minimiert werden. Dieser wirtschaftliche und ökologische Vorteil kann jedoch schleichend verpuffen, wenn nicht in regelmäßigen Intervallen eine Heizungswartung beauftragt und die Anlage geprüft bzw. justiert wird. Alleine schon eine Ungenauigkeit in der Temperaturanzeige von 1 °C kann einen Mehrverbrauch von 5 bis 7 % bewirken. Zudem können Verunreinigungen oder ein schlecht eingestellter Brenner den Wirkungsgrad der Heizung weiter reduzieren. Nur durch eine regelmäßige Wartung wird Energie effizient und schadstoffarm genutzt. Ein Jahresservice spart also nicht nur Ärger, sondern auch bares Geld. Und: Er sorgt für planbare Wartungskosten zu überschaubaren Festpreisen anstelle von unkalkulierbaren Kosten im Störungsfall.

Damit ist klar: Wer die Heizungswartung ausfallen lässt, heizt zunehmend ineffizient. Und Energieeffizienz ist ein wichtiges Stichwort, das in den Klimaschutzzielen der EU und der Bundesregierung fest verankert ist. Um diese Ziele zu erreichen, sind Unternehmen dazu angehalten, bei Wärme- und Kälteversorgung den Schadstoffausstoß zu reduzieren. Grundlage dafür sind unter anderem energieeffiziente Gebäude und Geräte. Wer seine Heizungswartung im Frühling oder Sommer in Angriff nimmt, sollte sie deshalb gleich nutzen, um Einsparpotenziale aufzudecken. Zeit genug ist schließlich noch, bevor die nächste Heizperiode beginnt! Lässt sich die Anlagenstruktur bzw. Hallenaufteilung effizienter gestalten? Können Heizgeräte mit neuen, digitalen Komponenten optimiert oder gar gegen effizientere Geräte ausgetauscht werden? Möglichkeiten gibt es viele.

Die Heizungswartung und Prüfung Ihrer Anlage sollten Sie also definitiv einplanen, wenn Sie die Heizkosten senken und die Wirtschaftlichkeit steigern wollen. Schließlich gilt seit 01. Januar 2021 die neue CO2-Steuer, durch die das Heizen mit fossilen Energieträgern Jahr für Jahr kostenintensiver wird. Bauen Sie hier vor und halten Sie Ihre Hallenheizung auf optimalem Effizienzniveau.

Grund 5: Mit der Heizungswartung erhöhen Sie auch die Mitarbeiterzufriedenheit

Die Heizungswartung erhöht die Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit Ihrer Heizung. Lassen Sie Ihre Heizung schon im Frühling oder Sommer vom Fachmann durchchecken, haben Sie ausreichend Zeit, um mögliche Störungen zu beheben. So stellen Sie sicher, dass Ihre Anlage auch in der nächsten Heizperiode zuverlässig arbeitet – ein echter Pluspunkt auch für Ihre Mitarbeiter. Denn deren Zufriedenheit und Produktivität hängt maßgeblich vom richtigen Raumklima ab. Die Garantie dafür schaffen Sie mit einer 100 % funktionstüchtigen Heizungsanlage.

Fazit: Es gibt nichts, was gegen die regelmäßige Heizungswartung spricht!

Wie man es auch dreht und wendet: es gibt keine Gründe gegen die Heizungswartung. Stattdessen aber viele gute Gründe dafür. Mehr Effizienz. Weniger Heizkosten. Erhöhte Lebensdauer. Verlängerter Garantieschutz. Mehr Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit. Höhere Produktivität. Und natürlich zufriedene Mitarbeiter. In diesem Sinne: Beauftragen Sie am besten direkt im Anschluss Ihre Heizungswartung und profitieren Sie von all diesen Vorteilen!


Eine Hand die auf eine Darstellung der Energieeffizienzklassen von einem Heizsystem zeigt.

4 gute Gründe, in ein energiesparendes und umweltfreundliches Hallenheizsystem zu investieren

Wie alle Sektoren muss auch die Industrie ihren Teil zum Klimaschutz und gegen die Erderwärmung beitragen. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Investition in ein energieeffizientes, umweltfreundliches Heizsystem. Lesen Sie in diesem Beitrag, welche Gründe konkret dafür sprechen.

Die Säulen der Energiewende

Die Energiewende spielt eine zentrale Rolle in Industrie und Politik: Weg von fossilen Brennstoffen, hin zu erneuerbaren Energien und zu mehr Effizienz lautet das Motto, mit dem die Energieversorgung in den kommenden Jahrzehnten umgestellt werden soll. Auf drei Säulen stützt sich die Energiewende dabei:

  1. Ausbau erneuerbarer Energien.
  2. Erhöhen der Energieeffizienz bei Strom-, Wärme- und Kälteversorgung.
  3. Verstärktes Energiesparen.

Sie bestimmen maßgeblich, wie Hallenbetreiber zukünftig ihre Heizsysteme planen sollten: Energiesparend und umweltfreundlich. Das gilt sowohl für Neubauten als auch für Sanierungsprojekte. Aus diesen Säulen lassen sich vier Gründe ableiten, warum Sie damit so früh wie möglich beginnen sollten.

1. Zahlreiche Zuschüsse fördern die energetische Sanierung

Besonders bei der energetischen Modernisierung Ihrer Hallengebäude können Sie auf zahlreiche Förderprograme und Zuschüsse zurückgreifen, die Ihnen den Weg zu mehr Klimaschutz ebnen. Beispielsweise werden bis zu 80 % der Kosten für Beratungsleistungen durch einen Energieberater gedeckt. Dieser zeigt Ihnen auf, wo in Ihrem Unternehmen Einsparpotenziale stecken. Ob es sich dabei um technische oder um bauliche Maßnahmen handelt, ist gleich. Denn als Bemessungsgrundlage wird die energetische Gesamtbilanz des Gebäudes betrachtet. Zu den Fördermöglichkeiten des Bundes zählen die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) oder die Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft.

2. Mit umweltfreundlichen Heizsystemen wirkt sich die CO2-Steuer geringer aus

Um Verbrauchern einen Anreiz zu geben, stärker auf regenerative Energiequellen zu setzen, ist zum 01. Januar 2021 die CO2-Bepreisung bzw. CO2-Steuer in Kraft getreten. Ab 2021 steigen damit jedes Jahr die Preise für fossile Brennstoffe wie Heizöl, Flüssig- und Erdgas, Kohle, Benzin und Diesel. Denn Hersteller bzw. Vertreiber müssen nun Emissionsrechte erwerben, deren Kosten sie auf die Verbraucher umlegen. Das bedeutet: Wer sein Heizsystem mit fossilen Brennstoffen betreibt und dabei den Energieverbrauch nicht optimiert, muss mit steigenden Kosten rechnen. Setzen Sie daher beim Neubau und der Modernisierung Ihrer Hallengebäude auf effiziente, umweltfreundliche Heizsysteme, die wenig Energie verbrauchen, möglichst mit dem kohlenstoffärmsten fossilen Energieträger Gas betrieben werden und in Zukunft verstärkt regenerativ betrieben werden können. So sparen Sie Heizkosten und tragen gleichzeitig zum Klimaschutz bei.

3. Energieeffizienz ist zentraler Bestandteil der Energiewende

Die Energieeffizienzstrategie 2050 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie setzt klare Ziele: Bis 2030 soll der Primärenergieverbrauch in Deutschland im Vergleich zu 2008 um 30 % gesenkt werden, bis 2050 halbiert. Die Maßnahmen dafür werden im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE 2.0) gebündelt. „Die sauberste und günstigste Energie ist die, die gar nicht erst verbraucht wird“, lautet das Motto der Energieeffizienz-Strategie. Um diese Ziele zu erreichen, will Deutschland die Energieeffizienz vor allem im Gebäudebereich vorantreiben, Energieeffizienz als Rendite- und Geschäftsmodell etablieren sowie die Eigenverantwortlichkeit für Energieeffizienz steigern.

Zusammengefasst bedeutet das für Sie als Hallenbetreiber: Um Energieeffizienz kommen Sie in Zukunft nicht mehr herum. Hallenheizungen verbrauchen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg etwa das sechs- bis zwanzigfache an Energiekosten im Vergleich zu den Investitionskosten. Mit Blick auf Total Cost of Ownership, auf die steigenden Preise für fossile Brennstoffe sowie die wachsenden Anforderungen an die Energieeffizienz Ihres Unternehmens ist es deshalb auch aus wirtschaftlicher Sicht kaum sinnvoll, in herkömmliche Heizsysteme zu investieren. Planen Sie daher beim Neubau bzw. der Sanierung Ihrer Hallengebäude langfristig, um Ihr Heizsystem nicht in wenigen Jahren wieder austauschen zu müssen.

Moderne Hallenheizungen überzeugen durch eine effiziente Arbeitsweise, mit der sich die Investitionskosten schon in kürzester Zeit amortisieren. Sie lohnen sich daher nicht nur aus energiepolitischer Sicht, sondern auch mit Blick auf die Total Cost of Ownership. Ein moderner gasbetriebener Infrarotstrahler arbeitet beispielsweise so effizient, dass Sie bis zu 70 % Energieeinsparung verzeichnen können. Zudem lassen sich Industrieheizungen längst mit anderen Technologien vernetzen und so das Maximum an Effizienz herausholen: mit Restwärme wird beispielsweise warmes Wasser erzeugt, das dann u. a. zum Heizen von angrenzenden Büroräumen genutzt werden kann. Abwärme aus Produktionsprozessen lässt sich in die Systeme ebenso einbinden wie Energie aus Solarthermie. Und eines ist klar: Je weniger Energie Sie ungenutzt verpuffen lassen, desto umweltfreundlicher ist Ihr Unternehmen.

4. Das GEG lässt Ihnen Spielraum bei der Planung Ihres Heizsystems

Besitzer von neu errichteten Gebäuden sind verpflichtet, regenerative Energien zu nutzen – im Bereich Hallengebäude sieht das jedoch ganz anders aus. Das mag überraschen, denn seit EnEV und EEWärmeG vor über 10 Jahren im Schnellschuss verabschiedet wurden hält sich hartnäckig das Gerücht, dass auch in Nichtwohngebäuden kein Weg an erneuerbaren Energien vorbeiführt – obwohl sie vielfach nicht die effizienteste Wahl darstellten.

Diese vermeintliche Vorgabe ist in den Köpfen vieler Planer noch immer verankert, denn die zweite Säule der Energiewende – namentlich die Energieeffizienz – ließ der Gesetzgeber damals außer Acht. Ebenso wie die Tatsache, dass Hallengebäude physikalisch und heiztechnisch völlig andere Anforderungen stellen als der Geschossbau. Dies wurde jedoch mit den Novellen von EnEV und EEWärmeG schrittweise behoben. Und zuletzt im November 2020 durch Inkrafttreten des neuen Gebäudeenergiegesetzes: Das GEG rückt den Grundsatz „Effizienz statt Substitution“ in den Fokus. Ab einer Hallenhöhe von 4m brauchen Sie beim Betreiben von dezentralen Heizsystemen keine regenerativen Energien einsetzen.

Ihnen stehen daher beim Planen Ihres Heizsystems zahlreiche Möglichkeiten offen, dieses sowohl umweltfreundlich als auch effizient zu gestalten. Und dies auch mit dem kohlenstoffarmen fossilen Energieträger Erdgas, solange Ihre Industrieheizung effizient arbeitet. Denn dieser Brennstoff weist einen guten Primärenergiefaktor auf, ist durch die kommende Synthetisierung zunehmend grün und gilt als Brückentechnologie auf dem Weg in die klimaneutrale Zukunft.

Fazit: Vieles spricht für effizientere, umweltfreundliche Hallenheizungen

Besonders die Energie- und Kosteneinsparungen sprechen für sich, wenn Sie über die Investition in ein modernes Heizsystem nachdenken. Zudem drängt auch die Gesetzgebung immer stärker dazu, im Sinne des Klimaschutzes auf effizientere, umweltfreundliche Technologien zu setzen und unterstützt dies durch zahlreiche Förderprogramme. Ausreden für eine energetische Sanierung oder eine umweltfreundliche Neuplanung gibt es daher keine mehr. Also zögern Sie nicht länger und nehmen Sie das Projekt so früh wie möglich in Angriff. KÜBLER unterstützt Sie dabei gerne.


Straßenschild in Form eines Vorfahrt gewären Schildes, mit der Aufschrift CO2-Steuer.

Die neue CO2-Steuer: Was bedeutet sie für Ihr Unternehmen?

Seit 01. Januar 2021 gilt die CO2-Bepreisung, auch bekannt als „CO2-Preis“ oder „CO2-Steuer“. In den Augen vieler Unternehmer und Verbraucher eine zusätzliche Belastung, lässt die neue Abgabe doch die Energiepreise in die Höhe schnellen dadurch unter anderem die Heizkosten steigen. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr über die neue CO2-Steuer und ihre Folgen.

Jetzt hat CO2 auch in Deutschland einen Preis

Zum Schutz unserer Lebensgrundlagen hat die Weltgemeinschaft auf der UN-Klimaschutzkonferenz 2015 im Übereinkommen von Paris beschlossen, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst auf 1,5 °C, zu beschränken. Dazu müssen wir ab 2050 treibhausgasneutral sein. Seitdem wurden mehr und mehr Maßnahmen entwickelt, um dieses Ziel zu erreichen – sowohl international als auch auf europäischer und nationaler Ebene. Die Europäische Union will die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent senken (Vergleichsjahr ist 1990). Mit dem sogenannten EU ETS (European Union Emissions Trading System) gibt es einen Emissionshandel für fast die gesamte Energiewirtschaft. Das Ziel: die klimaschädlichen Gase zu reduzieren, indem als Anreiz dafür eine begrenzte Zahl an Emissionsrechten ausgegeben und frei auf dem Markt gehandelt werden. Außerhalb des europäischen Emissionshandels fehlte jedoch bisher ein solcher Anreiz. Im nationalen Klimaschutzprogramm 2030 wurden von der Bundesregierung daher neben Förderprogrammen und ordnungsrechtlichen Maßnahmen auch preisliche Anreize verabschiedet.

Besondere Bedeutung kommt den Sektoren Verkehr und Wärme zu, denn hier werden rund ein Drittel der klimaschädlichen Emissionen verursacht. Um 80 % soll der CO2-Ausstoß alleine im Wärmesegment bis 2050 sinken. Der Weg dahin wurde mit Inkrafttreten des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) Ende 2019 geebnet. Basierend darauf hat der Ausstoß von Treibhausgasen nun auch in Deutschland einen Preis. Seit 2021 setzt Deutschland mit dem nationalen Emissionshandel (nEHS) auf ein eigenes, zusätzliches Instrument zur Reduzierung der CO2-Emissionen, bekannt als CO2-Steuer. Der Bund setzt damit klare Ziele:

  • Die Mindestziele der EU-Klimaschutzverordnung erreichen
  • Die nationalen Klimaschutzziele erfüllen, v. a. Treibhausgasneutralität bis 2050
  • Die Energieeffizienz verbessern

Wie funktioniert die CO2-Steuer?

Die neue, seit 01. Januar 2021 gültige CO2-Steuer bezieht sich auf die Sektoren Verkehr und Gebäudewärme. Sie legt fest, dass die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Heizöl, Flüssiggas, Erdgas, Kohle, Benzin und Diesel ab sofort durch einen festen, schrittweise steigenden Preis „besteuert“ werden. Das soll Anreize schaffen, weniger Energie zu verbrauchen und auf umweltfreundlichere Alternativen umzusteigen.

Wie funktioniert die CO2-Steuer nun aber? Unternehmen, die diese Brennstoffe in den Verkehr bringen, müssen sich mit Zertifikaten sogenannte „Emissionsrechte“ erwerben. Diese Zertifikate basieren auf einer zuvor festgelegten Grenzmenge an Emissionen; ihre Anzahl wird von Jahr zu Jahr reduziert. Wer diese Zertifikate erwirbt, unterscheidet sich je nach Brennstoff. Beim Erdgas sind dies z. B. die Stadtwerke als diejenigen, welche die Endverbraucher beliefern. Zertifikate für Mineralöl-Produkte müssen überwiegend von Produzenten (z. B. Raffinerien) und Händlern erworben werden. Die Kosten für diese Emissionsrechte werden auf die Endverbraucher, d. h. Privatkunden und Unternehmen umgelegt, mit dem Ergebnis, dass die Preise für Heizmittel und Kraftstoffe von 2021 an steigen.

Was kommt mit der CO2-Steuer an Zusatzkosten auf Sie zu?

Damit sich Wirtschaft und Verbraucher schrittweise auf das neue System einstellen können, gelten für die CO2-Steuer zunächst Festpreise. Sie starten 2021 bei 25 Euro pro Tonne CO2 und steigen bis 2025 schrittweise an. Ab 2026 sieht die Regelung vor, dass sich die Kosten der CO2-Steuer marktabhängig zunächst in einem Preiskorridor zwischen 55 Euro (Minimum) und 65 Euro (Maximum) pro Tonne CO2 entwickeln und ab 2027 in eine freie Handelsphase übergehen. 2025 will man auf politischer Ebene über die weitere Preisbildung entscheiden. Die Kosten für fossile Brennstoffe werden sich also schrittweise erhöhen, am moderatesten bei Erdgas mit 6 Cent je 10 kWh im ersten Jahr.

Tabelle über den nationalen Emissionshandel und zeigt die Preiserhöhung nach Energieträger.
Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2021)

Was bedeutet die CO2-Steuer nun konkret und was sollten Sie tun?

In erster Linie bedeutet die CO2-Steuer zweierlei:

  1. Heizen und Mobilität werden teurer.
  2. Energieträger, Energienutzung und Technologien müssen neu beurteilt und deutlich effizienter gestaltet werden, um die steigenden Kosten abzufangen.

Nach dem Motto „Die sauberste und günstigste Energie ist die, die gar nicht erst verbraucht wird“ setzt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie u. a. mit seiner Kampagne Deutschland macht’s effizient auf Ressourcenschonung. Dabei gilt der Grundsatz „Effizienz vor Substitution“. Wenn Sie beispielsweise aktuell bereits moderne, dezentrale Effizienz-Technologien zum Heizen nutzen, die zwar mit fossilen Brennstoffen, aber dafür sehr energiesparend arbeiten, besteht weniger Handlungsbedarf. Ab einer Höhe von über vier Metern sind Sie übrigens beim Heizen mit dezentralen Technologien im Neubau von Hallengebäuden von der Erneuerbare-Energien-Pflicht des GEG befreit.

Energieeffizienz ist nicht nur aus ökologischer Sicht eine Notwendigkeit, sondern zunehmend auch ökonomisch von Bedeutung. Deshalb sollten Sie natürlich langfristig nicht zögern, Ihre Heizung zu modernisieren bzw. auf alternative Energiequellen umzusteigen. Das kann auch zukünftig Erdgas sein – denn: Durch die kommende Zuspeisung von Wasserstoff (Power-to-Gas) und die Möglichkeit, Erdgas synthetisch herzustellen, wird dieser Energieträger zunehmend grüner und regenerativer. Lesen Sie dazu am besten unseren weiterführenden Beitrag zu Zukunftstechnologien für die Heizungsmodernisierung!

Welche Möglichkeiten hat die Wirtschaft, trotz CO2-Steuer Kosten zu sparen?

Das Gute am BEHG und der neuen CO2-Steuer: die Politik setzt damit echte Anreize, um Unternehmen und Verbrauchern mehr Energieeffizienz, den Einsatz klimafreundlicher Energieträger und die Entwicklung innovativer Produkte schmackhaft zu machen. Zudem besteht mit der festgelegten Preisregelung bis 2026 Planungssicherheit und ein ausreichend großes Zeitfenster, um zu reagieren. Als Unternehmen oder Verbraucher entscheiden Sie also selbst: Ist es für Sie sinnvoller, die CO2-Besteuerung zu bezahlen oder der Kostensteigerung durch passende Maßnahmen entgegenzuwirken? Unser Tipp: versuchen Sie, Ihre Ziele mit möglichst wenig Energie zu erreichen und prüfen Sie langfristig den Einsatz regenerativer Energien. So profitieren beide Seiten: das Klima und Ihr Unternehmen. Im Folgenden nennen wir Ihnen Beispiele, wie Sie die Energieeffizienz erhöhen können:

  • Erhöhte Wärmedämmung
  • Der Einsatz energieeffizienter Technologien
  • Die Nutzung von Wärmerückgewinnung und Restwärme
  • Der Einsatz intelligenter Steuerungstechnik
  • Die Umstellung auf Energieträger mit niedrigeren Emissionswerten (z. B. Erdgas statt Heizöl)
  • Die Einbindung von Solarthermie und anderen regenerativen Energien

Wie lassen sich die steigenden Kosten umgehen?

  • § 11 des BEHG sichert Unternehmen per Härtefallregelung einen finanziellen Ausgleich zu, wenn diese unzumutbar stark von den steigenden Preisen betroffen sind. Voraussetzungen sind:
  • Die Brennstoffkosten machen mehr als 20 % der Gesamtkosten des Betriebs aus.
  • Zusatzkosten, die mit der Einführung des BEHG auf das Unternehmen zukommen, würden 20 % der Bruttowertschöpfung übersteigen.

Darüber hinaus sollen Doppelbelastungen infolge des Einsatzes von Brennstoffen in einer dem EU-Emissionshandel unterliegenden Anlage möglichst vermieden werden.

Geplant ist zudem, diejenigen Unternehmen zu entlasten, die auf dem internationalen Markt durch die CO2-Besteuerung Nachteile erfahren würden. Denn für etliche ausländische Wettbewerber fallen CO2-Bepreisung bzw. dadurch steigende Brenn- und Kraftstoffkosten weg. Die Lösung kommt in Form der sogenannten „Carbon Leakage Verordnung“: Wer durch die CO2-Steuer Nachteile auf dem internationalen Markt hat, erhält einen finanziellen Ausgleich. So will Deutschland das Abwandern von Unternehmen verhindern. Betroffene Unternehmen müssen jedoch nachweisen, dass sie über ein Energiemanagement-System verfügen und bereits daran arbeiten, ihre CO2-Emissionen zu verringern. Sie müssen die Vergünstigungen dann für die weitere Senkung ihres CO2-Ausstoßes einsetzen.

Werden meine Maßnahmen in den Klimaschutz gefördert?

Auf nationaler Ebene unterstützt der Bund die Investitionen in den Klimaschutz durch eine Reihe umfassender, teilweise aktualisierter Förderprogramme und Zuschüsse. Dazu zählen zum Beispiel die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) oder die Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft. Diese Programme können Sie entweder als Zuschuss über die BAFA oder als Kreditförderung über die KfW beantragen. Zusätzlich werden auch Kosten, die für Energieberatung anfallen, bezuschusst.

Welche Möglichkeiten können Unternehmen nutzen, wenn die Investitionskosten zu hoch sind?

Wer nicht investieren kann oder will, aber trotzdem moderne Effizienztechnologien zum Heizen von Produktions- und Lagerhallen einsetzen und damit die Zusatzkosten durch die CO2-Steuer senken will, ist mit HeizWerk gut beraten. Dieses Mietmodell ist wirtschaftlich gleich doppelt interessant – zum einen, weil für die Unternehmen weder Investitions- noch Abschreibungsaufwand entstehen. Zum anderen, weil bei der energetischen Sanierung von Bestandsanlagen die Energiekosteneinsparung durch die Effizienztechnologien meist deutlich höher ist als der Mietbetrag. Mit dem positiven Ergebnis, dass den Unternehmen nach der Modernisierung sogar Extra-Geld in der Kasse bleibt.

Fazit: Fangen Sie an, den CO2-Ausstoß Ihres Unternehmens zu reduzieren!

Auch wenn die CO2-Steuer die Preise nur langsam steigen lässt, sollten Sie nicht zu lange warten. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Einsparpotenziale und senken Sie gezielt CO2-Emissionen und Energieverbrauch. Gerade in Hallengebäuden verspricht eine Heizungsmodernisierung große Einsparmöglichkeiten. Rechnen Sie gerne mit unserem kostenlosen CO2-Rechner nach und erhalten Sie eine erste Einschätzung, wo und wie Sie noch reduzieren können!