GROUP7 ist ein internationales Logistikunternehmen mit Hauptsitz in München und weltweit mit über 195 Niederlassungen und Stützpunkten vertreten. Zu dem Leistungsspektrum des Premium-Dienstleisters zählen intelligente Logistiklösungen für die Bereiche Luftfracht, Seefracht, Bahnverkehre von und nach Asien, Sea-Air- und Landverkehre, sowie individuelle Konzepte für Outsourcing auf dem logistischen Dienstleistungssektor. Mit dem Fokus auf höchste Flexibilität und kundenorientierte Prozessabwicklung erwirtschaften rund 750 Mitarbeiter einen Umsatz von 190 Millionen Euro. An die Nachhaltigkeit seines Portfolios stellt GROUP7 genauso hohe Ansprüche wie an die seiner Gebäude: Die Logistikzentren des namhaften Logistikers sind gemäß DGNB Gold Standard zertifiziert.
A kiindulási helyzet
Mit der Erweiterung der Hauptzentrale in Schwaig am Münchener Flughafen hat GROUP7 2024 einen neuen Logistikstandort nach DGNB Gold Standard geschaffen, der mehr als 200 neuen Mitarbeitenden Arbeit gibt. Der zusätzliche Standort umfasst auf über 100.000 m² neben einem Bürogebäude mit 5.000 m² sowie einem Grünanlagenpark in der Art eines Campus die 60.000 m² große Logistikhallenfläche mit rund 13 Metern Raumhöhe. Allein schon wegen des sehr großen Luftraumes und der insgesamt 82 Tore war es heiztechnisch eine besondere Herausforderung, angenehme Wärme im Innenraum zu halten und dabei wirtschaftlich zu bleiben. Hinzu kam jedoch, dass durch die veränderte Versorgungslage der Energieträger Gas und damit die bislang bewährte Dunkelstrahler-Technik von heute auf morgen für den Hallenneubau keine Option mehr waren. Alternativ wurden daher verschiedene Lösungen geprüft.
„Wir haben festgestellt, dass FUTURA für uns einfach die von der Nutzung her perfekte Lösung ist“.
Die geprüften heiztechnischen Varianten
Variante 1: Wärmepumpen, die auf dem Dach installiert und mit einer Fußbodenheizung ausgeführt werden. Mit dieser Variante hatte man bei GROUP7 jedoch in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht, da „die Wärme von unten“ bei den Mitarbeitenden ein ungutes Empfinden und Unwohlsein ausgelöst hatte. Hinzu kamen andere Gründe, warum diese Variante nicht in Frage kommen sollte:
A) Das notwendig variable Regal-Setup: Bei jeder Anpassung der Intralogistik an neue Kundenanforderungen würde man sich der Gefahr aussetzen, mit der Verankerung der 10 bis 11 m hohen Steher die Wasserleitungen im Boden anzubohren.
B) Die erforderlichen großen Betonmengen über den Wasserleitungen hätten die Systeme immer ineffizienter und träger gemacht. Und
Variante 2: Wärmepumpen mit Weitwurfdüsen an der Decke, die warme Luft auf die Bodenplatte pressen. Nachteilig an dieser Lösung war, dass warme Luft nach oben steigt und dabei Staub von der Bodenplatte mitnimmt, der sich auf der Ware verteilt – problematisch gerade bei sogenannter C-Ware, die längere Zeit eingelagert wird. Für den Premium-Logistikdienstleister GROUP7 war die Wärmewalze, die im Gebäude entstehen würde, nicht akzeptabel, „… weil wir hochwertige Logistik anbieten möchten und keine verstaubte Ware – das ist nicht unser Qualitätsstandard und nicht der unserer Kunden“, so Daniel Jocher, Projektmanager bei GROUP7.
Variante 3: Eine Anlagenkonfiguration aus gasbetriebenen Dunkelstrahlern, neben denen strombetriebene Elekro-IR-Strahler platziert werden. Diese Variante hätte die bekannten Vorteile von Strahlungsheizungen geboten, wie das gleichmäßige Wärmeempfinden ohne Staubzirkulation und ohne Wärme aus der Bodenplatte heraus. Aus Sicht von GROUP7 war jedoch auch dies keine sinnvolle Lösung, da die Anzahl der Strahler in der Halle und auch der Wartungsaufwand sich verdoppelt
hätten. Problematisch wäre zudem die Wärmeverteilung, da die abwechselnd montierten Dunkel- und Elektrostrahler nicht gleichzeitig betrieben werden sollten und in den Lücken Kühle entstehen würde. Zudem wollte man bei GROUP7 grundsätzlich keine rein gasbetriebenen Geräte einsetzen.
Die innovative Lösung
Auf der Suche nach der geeigneten Heiztechnologie wurde man auf die neue Fair.AIdH-Technologie* FUTURA aufmerksam. Das mehrfach ausgezeichnete System vereint alle Vorteile der Dunkelstrahlertechnik in Hallen mit einem energieflexiblen Betrieb: Es verbraucht extrem wenig Energie, wirbelt keinen Staub auf, sorgt für ein angenehmes gleichmäßiges Wärmeempfinden und kombiniert variabel den Strom- und Gasbetrieb in einem Gerät. „Wir haben festgestellt, dass es für uns einfach die von der Nutzung her perfekte Lösung ist“, so Daniel Jocher. Denn es war klar, man braucht Gas als Redundanz-Medium, um die Dunkelflauten abzudecken. FUTURA wird weitgehend mit dem kostengünstigen Strom der eigenen PV-Anlage betrieben. Zudem bietet die innovative Technologie mit Blick auf die Zukunft auch noch die Lösung mit Wasserstoff an, der später durch die Netze verteilt werden könnte. „Da ist mit diesem Produkt eine tolle Kombination entstanden, weil es eben alle drei Medien in sich vereint.“
* Fair.AIdH steht für Energy Flexible, adaptive, infrared, AI driven Hall heating und
bezeichnet eine neue Infrarot-Heiztechnologie, die sich unter anderem durch ihre
Energieflexibilität (Multi-Energie-IR-Hallenheizung) und durch KI-gestützte
Steuerungsfunktionalitäten grundsätzlich von der herkömmlichen gasbetriebenen
Dunkelstrahlertechnik unterscheidet.
Die Entscheidungsgrundlagen
Energieflexible Infrarothallenheizungen der Linie FUTURA
„Die Entscheidung fiel aufgrund der Kombinierbarkeit von Strom und Gas“, so Daniel Jocher. Auch die Aspekte Betriebssicherheit und Schaltbare Leistung waren relevant, denn es war klar: aufgrund von Dunkelflauten oder möglichen Blackouts ist Gas ein relevantes Redundanz-Medium, um unabhängig von teurem Netzstrom zu bleiben. Zudem war der Blick auf Wasserstoff , der zukünftig in den Netzen verteilt werden könnte, interessant. „Die Kombinierbarkeit von Strom und Gas als Redundanz-Medium gibt Betriebssicherheit an dunklen Tagen oder bei Schneelast, da wir keinen teuren Strom aus dem Netz ziehen müssen. Auch vor dem Hintergrund eines möglichen Blackouts wäre mit dem Redundanz-Medium und PV die Versorgungssicherheit immer noch
gewährleistet. Das war uns wichtig.“
Zusammenfassend waren auch diese Faktoren ausschlaggebend für die Entscheidung:
- Die Kombinierbarkeit von Strom, Wasserstoff und Gas in einem Gerät (Energieflexibilität)
- Die lokale Beheizung nur jeweils der Bereiche, wo auch wirklich gearbeitet wird (flexible Zonenbeheizung)
- Die zuverlässige Grundtemperierung als Frostschutz der Waren
- Konstante Wärmeversorgung auch bei Dunkelflaute (Betriebssicherheit)
- Investitions- und Zukunftssicherheitüber die nächsten Jahrzehnte
„Wir wollten ein Produkt, das in die Zukunft blickt.“ FUTURA kann flexibel mit unterschiedlichen (erneuerbaren) Energieträgern wie Strom, Wasserstoff oder (biogenen) Gasen betrieben werden und bietet GROUP7 damit absolute Investitionssicherheit
auf dem Transformationspfad in die CO2-freie Zeit – weit über 2045 hinaus.
Die Realisierung
Seit 31.12.2024 werden die fünf Hallenabschnitte mit Geräten der energieflexiblen Fair.AIdH-Systeme (Multi-Energie-IR-Heizung FUTURA mit Digitalsteuerung CELESTRA) beheizt, die komplett über eine rund 3 MWp starke PV-Anlage mit Strom versorgt werden.
Entsprechend der Hallenabschnitte wurde das Logistikzentrum «Schwaig 2» in 12 Heizzonen unterteilt. Dies erlaubt, die verschiedenen Nutzungsbereiche des beeindruckenden Hallengebäudes je nach Wärmebedarf individuell anzusteuern, was die ohnehin hohe Energieeffizienz des Systems noch weiter steigert. Geregelt werden die Heizungen in den einzelnen Zonen jeweils durch eine KI-gestützte Digitalsteuerung vom Typ CELESTRA. Die Systeme können intelligent regeln, welche Heizmedien jeweils
zugeführt werden und dabei die hinterlegten Tarife einplanen. Automatisch werden arbeitsfreie Zeiten wie Wochenenden und Feiertage berücksichtigt.
Das Energiemanagementsystem EMMA monitort den kompletten Heizprozess und Temperaturverlauf von innen und außen für jede Heizung in Echtzeit und analysiert und dokumentiert die Daten für Audits z. B. nach DIN EN 50001, nach
welcher auch GROUP7 zertifiziert ist. So stehen Verbräuche, Temperaturen, Luftfeuchtigkeit und andere Qualitätsindikatoren jederzeit für Dokumentationen und Nachweise zur Verfügung.
Erste Erfahrungen aus der Betriebspraxis
Die Heizungsanlage läuft tagsüber von 9:00 bis 17:00 h im Strombetrieb bei 20 °C, wobei sich in den ersten Betriebsmonaten gezeigt hat, dass die rund 3 MWp PV-Anlage den Strombedarf von 760 kWh in dieser Zeit auch bei Bewölkung spielend deckt. Ab 17:00 h wird auf diesem Weg ausgeschaltet und die Heizungsanlage theoretisch von 20 °C Arbeitstemperatur auf 17 °C runtergeregelt (eingestellte Solltemperatur nachts). Tatsächlich hat sich in der Realität jedoch gezeigt, dass aufgrund der guten Wärmespeicherung des Gebäudes so gut wie gar keine Temperaturabsenkung erfolgt.
DGNB Gold Standard

Die Hallenheizungs-Anlage in der neuen Logistikimmobilie «Schwaig 2» bestehend aus Fair.AIdH FUTURA-Geräten und Digitalsteuerungen der Linie CELESTRA passt perfekt in das Nachhaltigkeitskonzept von GROUP7, das bei all seinen Logistikanlagen auf
eine ökonomisch und ökologisch weitsichtige Planung und Nutzung achtet und deshalb alle Neubauprojekte nach DGNB zertifiziert. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) prüft Ökologie, Ökonomie, Technik, Prozess und Standort und bewertet zusätzlich die Infrastruktur und den Lebenszyklus der GROUP7-Logistikimmobilien.
„Wichtig war uns, dass wir nur die Bereiche heizen, wo auch wirklich gearbeitet wird.“
Fazit
Az eredmények
„Unser erstes Fazit ist, dass wir sowohl mit der Art und Weise, wie geheizt wird, als auch mit der Umsetzung sehr zufrieden sind. Die Zusammenarbeit war sehr partnerschaftlich und lösungsorientiert,“ sagt Daniel Jocher. Die Abwicklung verlief in zwei Bauabschnitten mit festem Zeitplan reibungslos. Die Hallen C, D und E gingen am 23.12.2024 in Betrieb, die Hallen A und B am 31.03.2025.
Da nach den ersten Betriebsmonaten noch zu wenig belastbare Zahlen vorlagen, wurde für die Effizienzbewertung eine Vergleichsberechnung erstellt und das begleitende Architekturbüro Jochen Peitz, Remscheid, damit beauftragt. In der Berechnung wurden die
theoretischen Verbrauchswerte der FUTURA Fair.AIdH-Anlage mit anderen Heizungsvarianten verglichen.
Fazit der Vergleichsberechnung:
Die gigantische Halle mit rund 13 Metern Deckenhöhe liegt deutlich unter dem Energieverbrauch eines KfW40 Gebäudes, weist mit einer jährlichen Einsparung von 324 MWh einen 14,25 Prozent besseren Primärenergieverbrauch auf als die Alternative Wärmepumpe- Luftheizung und liegt in puncto Endenergiebedarf mit dieser auf Augenhöhe (21,9 vs. 21,10 kWh/m²a). Das Fazit: Im theoretischen Vergleich des Endenergiebedarfs nach DIN V 18599 zeigen sich die Systeme FUTURA Fair.AIdH und Wärmepumpe auf Augenhöhe.
In der Praxis wird erwartet, dass sich die FUTURA Anlage energetisch noch deutlicher von der Variante Wärmepumpe- Luftheizung abgrenzt. Denn in der theoretischen Berechnung unberücksichtigt bleiben a) die Tatsache, dass hier von 50 % Gasbetrieb ausgegangen wurde, tatsächlich jedoch zu 100 % nur mit Strom geheizt wird sowie b) die effizienteren Funktionen neuer, digitalisierter Systeme. Eine Studie des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) belegt, dass die gemessenen Einsparwerte in der Realität um das mehr als 1,6-fache besser sind als derzeit auf Basis der veralteten Norm DIN V 18599 zu erwarten wäre.
GROUP7 Projekt «Schwaig 2» | Ergebnisse der Vergleichsberechnungen
In der Vergleichsberechnung des Architekturbüros Jochen Peitz wurden der Primär-und der Endenergiebedarf der neuen Fair.AIdH-Technologie FUTURA (Betriebsmodus Strom/Gas 50:50) vier weiteren Heizsystemen gegenübergestellt: Luftheizung autonom,
Dunkelstrahler gasbetrieben, Luftheizung-Wärmepumpe strombetrieben sowie Luftheizung Wärmepumpe gasbetrieben.
Hinweise und Ergebnisse:
Das Heizsystem Elektro-Infrarotheizung = Fair.AidH-Technologie
FUTURA weist den geringsten Primärenergiebedarf auf.
Hinweise und Ergebnisse:
Die Hallenheizungsanlage mit Fair.AidH-Technologie FUTURA ist nahezu
gleichwertig im Vergleich zu dem strombetriebenen Wärmepumpen-System.