Die Bohnacker Systeme GmbH ist mit Element-System die Nummer 1 im Bereich Regal- und Aufbewahrungssysteme für den Endverbraucher. Von seinem Hauptsitz in Rottenacker koordiniert das 1954 gegründete Unternehmen die Geschäftsaktivitäten in über 60 Ländern auf allen Kontinenten und garantiert die Versorgung seiner Kunden mit maßgeschneiderten Lösungen. In den Produktionsstätten in Deutschland, Ungarn und China wird jährlich Stahl mit dem zweifachen Gewicht des Eiffelturms zu Trägern, Schienen, Fachböden, Möbelfüßen und Regalen verarbeitet. Die Bohnacker Systeme GmbH erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 60 Mio. Euro und beschäftigt weltweit über 500 Mitarbeiter.

Seit Dezember 2008 ist bei der Firma Bohnacker Systeme GmbH ein neues dezentrales Heizungssystem im Einsatz. Das speziell auf die komplexen Gebäudekonstruktionen am Hauptstandort Rottenacker zugeschnittene Konzept des Hallenheizungsspezialisten KÜBLER überzeugt nicht nur mit hervorragenden Wirkungsgraden, sondern auch mit einer innovativen hybriden Gesamtlösung, die als Pilotprojekt in Halle 1 installiert wurde. Dieses integrierte System aus Infrarotheizung, Steuerung und der neuentwickelten Restwärmenutzung O.P.U.S.X verknüpft die Infrarotheizungstechnik mit der konventionellen hydraulischen Warmwasser-Heizung. Die komplette Heizungssanierung im Produktionswerk mit insgesamt 18 Hallen verbessert die Wirtschaftlichkeit und leistet einen entscheidenden Beitrag zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Die Ausgangssituation

Seit mehr als 30 Jahren beheizt eine klassische Warmluftheizung das Produktionswerk der Bohnacker Systeme GmbH. Der Gebäudekomplex aus 18 Produktionshallen mit unterschiedlichen Nutzungsprofilen von Lager, Kommissionierung, Verpackung bis zur Produktion wurde durch zwei Kessel mit jeweils 3.500 kW über ein zentrales Kesselhaus beheizt. Eine bedarfsgerechte Steuerung der Heizung in den einzelnen Hallen war somit nur schwer möglich. Der Verbrauch bei insgesamt 23.265 m2 Bodenfläche und bei Hallenhöhen von 4 bis 13 Metern war entsprechend hoch.

Die Anforderungen

Möglichst viel Primärenergie einzusparen, war die Hauptanforderung bei der Heizungssanierung im Produktionswerk, als das umfassende Projekt am 20. Oktober 2008 beauftragt wurde. Gleichzeitig sollte das neue Heizsystem dezentral aufgebaut sein, die bestehenden Hallenkonstruktionen berücksichtigen, ohne große Umbaumaßnahmen realisierbar sein und das bestehende Warmwassersystem zur Bürobeheizung integrieren. Ziel war es, das neue System noch vor Weihnachten in Betrieb zu nehmen – einerseits um die Beheizung während der Feiertage sicherzustellen, aber auch um die neue Heizperiode möglichst vollständig zu nutzen. Ein ehrgeiziges Vorhaben – nicht allein wegen der Komplexität des Projektes, bei dem eine komplette Pumpen-Warmwasser-Bestandsanlage mit allen Rohrleitungen in das neue Heizungssystem integriert werden sollte. Eine besondere Herausforderung war auch die Logistik. Die zusammenhängenden Hallenkomplexe bedeuteten lange Wege, alleine schon um die zu verbauenden Komponenten an Ort und Stelle zu transportieren. Montiert wurde im laufenden Betrieb in zwei Schichten bis in die Nacht. Fünf Gewerke waren zeitweise gleichzeitig im Einsatz.

Sanierungsmaßnahme 1: Dezentralisierung der Hallenbeheizung

Das Sanierungskonzept für Bohnacker Systeme GmbH umfasste den kompletten Austausch der veralteten Warmluftheizungsanlage gegen ein modernes energiesparenderes Infrarotheizungssystem. In Rottenacker arbeitet nun die effiziente Heizungstechnologie von KÜBLER. Die Systemkomponenten im Einzelnen:

Infrarotheizungen. Installiert wurden insgesamt 123 energiesparende Infrarotgeräte. Maßgeschneidert für das individuelle Nutzungsprofil und den Wärmebedarf in jeder der 18 Hallen, kombiniert das Gesamtkonzept von KÜBLER unterschiedliche Gerätetypen: 63 Geräte des Hochleistungssystems Optima mit einer Leistung von 25 bzw. 38 kW, 56 Multibrennersysteme vom Typ NRV mit einer Leistung von 24 bis 32 kW sowie vier Geräte vom Typ AR mit je 13 kW. Die Auslegung des Gesamtsystems sichert bei unterschiedlichen Raumhöhen von unter 4 m bis 13 m eine gleichmäßige staub- und zugfreie Wärmeverteilung bei kurzen Aufheizzeiten und hoher Energieeffizienz.

Steuerungssystem. Sieben Systeme des Typs R.O.S.S.Y® sorgen jetzt in Rottenacker für eine komfortable und effiziente Bedienung des komplexen Heizsystems. Insgesamt wurden 34 einzelne Heizzonen definiert, die individuell angesteuert werden können, um auf unterschiedliche Temperaturanforderungen einzugehen und die Ein- und Ausschaltpunkte nachts, an Wochenenden oder Feiertagen punktgenau nach Bedarf zu definieren. Das Ressourcen optimierende Steuerungssystem R.O.S.S.Y® ist direkt mit dem Leitstand von KÜBLER in der Firmenzentrale Ludwigshafen verbunden. Dies sichert jederzeit die Transparenz über alle relevanten Betriebs- und Verbrauchsdaten und garantiert eine maximal effiziente Betriebsweise der gesamten Anlage durch Reduktion der Betriebskosten für Primärenergie, Wartung und Ersatzteile.

Restwärmenutzung. Das insgesamt 432 kW starke System aus Infrarotheizung und Heizungssteuerung wurde in Halle 1 versuchsweise durch eine Innovation von KÜBLER ergänzt: durch den Wärmetauscher O.P.U.S.X. Dieses neuartige System zur Restwärmenutzung kann die im Abgas von Hallenheizungsanlagen enthaltene Energie zur hydraulischen Warmwasser-Aufbereitung nutzen und ist die Basis für das neue und bislang effizienteste Wärmekonzept von KÜBLER: das Hybridsystem H.Y.B.R.I.D.

Sanierungsmaßnahme 2: Dezentralisierung des Pumpen-Warmwasser-Systems zur Bürobeheizung

Das bestehende Pumpen-Warmwasser-System wurde für die Beheizung der Bürogebäude komplett dezentralisiert. Fünf effiziente Gasbrennwertgeräte und ein Kessel mit einer Gesamtleistung von 833 kW ersetzen jetzt die beiden alten 3.500 kW Kessel und das zentrale Kesselhaus. Sie sorgen für kurze Wege und reduzierten Energieverbrauch.

Die vorhandene Peripherie konnte weitgehend genutzt werden, jedoch wurden hier neue Pumpen und Rohrleitungen integriert. Gab es vorher nur eine komplexe Pumpenanlage für die Versorgung der einzelnen Unterverteiler, erfolgte auch hier eine Dezentralisierung, um einzelne Heizprozesse gezielter steuern zu können.

Ergebnisse Heizungssanierung

Nach der Auftragsvergabe am 20. Oktober 2008 wurde bereits am 24. Oktober mit der Montage begonnen. Das neue Hallenheizungssystem konnte noch vor Weihnachten in Betrieb genommen werden. Am 15. Februar 2009 wurde die modernisierte Infrarotheizungsanlage inklusive dem auf den neusten Stand der Technik gebrachten Pumpen-Warmwasser-Heizungssystem an den Kunden übergeben. Die gesamte Installation erfolgte ohne Produktionsunterbrechung im laufenden Betrieb. Parallel mit der Abschaltung der alten Anlage wurde das neue System in Betrieb genommen. Ein Nebeneffekt der energiesparenden Infrarotwärme ergibt sich für Bohnacker Systeme GmbH bei der Lagerung von Coils: die Luftfeuchte wird durch die Infrarotheizungen so reduziert, dass Kondensat sicher vermieden wird.

Das Hauptziel der Sanierung war jedoch die deutlichen Einsparungen im Primärenergieverbrauch. Rund 40 % Energieeinsparung wurden prognostiziert und zugesichert. Nach den ersten Betriebsmonaten war klar: Die Erwartungen haben sich erfüllt. Statt durchschnittlich bis zu 6.500.000 kWh Primärenergieverbrauch p. a. liegt der jährliche Verbrauch nach Sanierung jetzt bei nur 3.344.000 kWh. Bei einem kWh-Preis von rund 0,07 Euro ergibt sich eine jährliche Kosteneinsparung von über 220.000 Euro. Dies entspricht rund 49 %. Zudem konnten erhebliche Aufwendungen in Höhe von rund 40.000 Euro eingespart werden, die 2009 für Reparaturen an der alten Anlage angefallen wären. Damit summieren sich die Einsparungen im ersten Betriebsjahr auf rund 260.000 Euro.

Reduziert wurden aber auch weitere Aufwendungen:

  • Einsparungen von Personalkosten für die Bedienung des Kesselhauses
  • Einsparung von Wartungs- und Instandhaltungskosten
  • Einsparung von Kosten für Betriebsstoffe
  • Gewinn neuer Nutzungsfläche durch die Stilllegung des alten Kesselhauses

Die Investition von rund 700.000 Euro wird sich für die Bohnacker Systeme GmbH in rund drei Jahren amortisiert haben.

Ergebnisse

Die Ergebnisse basieren auf den Ist-Werten der ersten Betriebsmonate Dezember 2008 bis April 2009. Bereinigt um die unterschiedlichen Kälteperioden in den Monaten Oktober bis Dezember und Januar bis April errechnet sich aus diesen Werten die Gesamteinsparung im 1. Betriebsjahr von rund 220.000 Euro für Primärenergieeinsatz sowie weitere ca. 40.000 Euro für notwendig gewordene Reparaturen an der alten Warmluftheizung.

Ergebnisse Restwärmenutzung Bei Bohnacker Systeme GmbH wurden durch O.P.U.S.X in Halle 1 in Spitzenzeiten 69 kW Leistung über einen 3.000 l Pufferspeicher bedarfsgerecht in das Warmwassersystem eingespeist. Dies entspricht rund 8 Prozent der Leistung der gesamten modernisierten Pumpen-Warmwasser-Anlage.

Kundeninterview mit Fernando Gomes-Anjo, Bohnacker Systeme GmbH

Fernando Gomes-Anjo ist technischer Leiter der Produktion und Mitglied der Geschäftsführung der Bohnacker Systeme GmbH. Um die komplette Modernisierung des Heizungssystems im baden-württembergischen Produktionswerk zu realisieren, entschied er sich für die modernste Lösung, die KÜBLER zu bieten hat: H.Y.B.R.I.D. – ein Gesamtkonzept aus Heizung, Steuerung und Restwärmenutzung. Über Planung, Installation und erste Betriebserfahrungen sprach unsere Redaktion mit ihm in Rottenacker.

Sie hatten sich in einem Wettbewerb mehrere Konzepte unterschiedlicher Heizungshersteller vorstellen lassen. Welche Faktoren waren entscheidend, den Auftrag schließlich an die KÜBLER GmbH zu vergeben?

Insgesamt hat uns die KÜBLER GmbH mit einer technisch detailliert ausgearbeiteten Bewerbung und ihrem maßgeschneiderten Gesamtkonzept überzeugt. Ausschlaggebend für die Vergabe war zum Einen, dass die KÜBLER GmbH uns eine Lösung anbieten konnte, die speziell auf unsere Hallenkonstruktionen zugeschnitten war und keine großen Umbaumaßnahmen erforderte. Zum Anderen besuchte ich ein Unternehmen mit nahezu identischen Hallen, welches ebenfalls Geräte von KÜBLER installiert hat. Dort war ich fasziniert vom Wirkungsgrad dieser Geräte, und es war der Faktor Effizienz, der mich schließlich am meisten überzeugte.

Welche Anforderungen stellten Sie im Vorfeld der Modernisierung an Ihr neues Heizsystem? Unsere wichtigste Anforderung bei der Sanierung des Produktionswerkes war ein möglichst hohes Einsparpotential im Vergleich zum schlechten Wirkungsgrad der alten Umluftanlage. Das neue Heizsystem sollte die Versorgung der Bürogebäude integrieren und dezentral aufgebaut sein, um durch kurze Wege wenig Verluste zu haben. Die Steuerung sollte leicht bedienbar und gut zugänglich sein. KÜBLER erfüllte all diese Vorgaben perfekt und gewährleistete zudem noch eine schnelle Umsetzung ohne Produktionsausfälle.

Und welche Vorteile bringt Ihnen der Einsatz von Infrarottechnologie im Gegensatz zu ihrer bisherigen Anlage?

Nicht nur, dass wir mit den Geräten von KÜBLER die Investitionskosten schon nach drei Jahren ausgeglichen haben, dank der Infrarottechnologie reduziert sich auch der CO2-Ausstoß um etwa 570 Tonnen im Jahr. Da Umweltschutz und Nachhaltigkeit in unserer Firmenphilosophie fest verankert sind, ist das zusätzlich ein wichtiger Pluspunkt. Gerade bei der Lagerung von Metallteilen ist außerdem entscheidender Vorteil, dass die Geräte staub- und luftstromfrei arbeiten und durch die trockene Raumluft kein Kondenswasser entstehen lassen.

Die komplette Modernisierung erfolgte im laufenden Betrieb. Gab es während der Installation Beeinträchtigungen?

Nein, überhaupt nicht. Es gab keinerlei Produktionsausfälle, und das neue System wurde wie geplant mit Abschaltung des alten in Betrieb genommen. Die gesamte Umsetzung verlief äußerst professionell, und der Plan, die Hallen mit dem größten Sparpotenzial zuerst umzubauen, wurde zu unserer Zufriedenheit genau eingehalten. Schon im Vorfeld wurden wir von KÜBLER ausführlich beraten und bekamen Anlage und Steuerung genau beschrieben, so dass wir mit dem System von Anfang an gut arbeiten konnten.

Und wie haben die Mitarbeiter auf die Veränderungen reagiert? Gibt es von dieser Seite bereits Feedback?

Hier sind die Meinungen durchweg positiv. Einstimmig wird von allen die sehr viel angenehmere Wärme hervorgehoben, die auch nicht gleich entweicht, wenn in den Hallen mal ein Fenster offen steht. Besonders die in den Böden gespeicherte Wärme, die von unten abgegeben wird, gleicht der einer Fußbodenheizung und wird von allen als deutlich angenehmer empfunden. Viele sagen auch, dass es nun viel schneller warm wird und die neuen Heizungen wesentlich effizienter sind.

Über KÜBLER

Die KÜBLER GmbH entwickelt und vertreibt mit ihren innovativen Infrarotsystemen die modernste und wirtschaftlichste Technologie zur Beheizung von Großräumen und stellt heute als Komplettanbieter schlüsselfertiger Lösungen das umfassende Produktspektrum für unterschiedliche Hallentypen und Raumwelten. KÜBLER hat wesentlich zum

Durchbruch moderner Infrarot-Technologie beigetragen. Das Unternehmen gilt als Innovationsführer der Branche und wird regelmäßig für seine Innovationsleistungen ausgezeichnet. Zu den nationalen und internationalen Preisen zählen: Industrieheizung des Jahres 1996, Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen 2004, Unternehmen des Jahres in Ludwigshafen, Finalist beim Entrepreneur des Jahres 2005, Bayerischer Staatspreis 2006, Großer Preis des Mittelstandes 2008 sowie der Innovationspreis Rheinland-Pfalz 2008. KÜBLER hat sechs Patente sowie zwölf Marken angemeldet. Das 1989 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 100 Mitarbeiter und ist mit Niederlassungen in Ludwigshafen, Dresden, Tschechien und Ungarn vertreten.